Kunst & Bühne

„Jetzt tanzen alle Puppen…“


22. Forchheimer Puppentheatertage vom 20. – 23. Oktober im Jungen Theater

Zum 22. Mal kommen im jtf regionale Gruppen und Kompagnien aus ganz Deutschland zu diesem kleinen Festival zusammen. Denn auch nach über 20 Jahren haben wir immer noch Lust auf Puppentheater. Auf Kinder üben die Puppen ohnehin eine besondere Faszination aus. Und Erwachsene sind fasziniert, wie mit den unterschiedlichsten Puppen und den verschiedenen Arten sie zu spielen, Inszenierungen entstehen, die packen, mitreißen und berühren. Die drei Kompagnien, die das Programm bestreiten, nutzen dabei ganz verschiedene Herangehensweisen für ihre Produktionen: Anne Klinge stellt das Puppentheater vom Kopf auf die Füße und binnen weniger Augenblicke ist das Publikum den spielenden Füßen verfallen. Die Akteure des Hohenloher Figurentheaters halten klassisch die Fäden in den Händen und große Marionetten garantieren beste Sicht von allen Plätzen. Das Theater Kuckucksheim aus Heppstädt ist mittlerweile eine Puppenspielerdynastie: Benjamin Seeberger vertritt die junge Generation des fränkischen Kulttheaters, bei dem die Interaktion zwischen Puppen und Puppenspieler Grundvoraussetzung ist. Wir freuen uns auf ein abwechslungsreiches Programm und viele begeisterte (Kinder-)Gesichter bei den 22. Forchheimer Puppentheatertagen! Das Fußtheater Anne Klinge mit „Der Froschkönig“ ist am Freitag, den 20. Oktober, um 9 Uhr zu sehen. Das Märchen ist für Kinder ab 3 Jahren geeignet und phantastische Fußfiguren zeigen in leichten Dialogen die Geschichte der Prinzessin, die zu ihrem Geburtstag eine goldene Kugel bekam und die ihr dann in den Brunnen fiel. Wie ihr der Froschkönig hilft und warum es besser ist, seine Versprechen zu halten, das können die keinen Besucher hier miterleben. Ebenfalls am 20. Oktober um 20 Uhr gibt das Fußtheater Anne Klinge „Die Zauberflöte – Eine Oper für zwei Füße nach W.A. Mozart“ zum Besten. Mozart wäre begeistert gewesen, denn mit großem Charme und Witz entstehen aus den Füßen von Anne Klinge Pamina und Tamino, Papagena und Papageno, Sarastro und die Königin der Nacht. Statt der drei engelsgleichen Knaben begegnet Tamino rotgeschopften Fingerpuppen in einem Ufo, Feuer- und Wasserprobe sind lange nicht so furchtbar, eine besiegte Gießkanne bleibt zurück und ein Taschen-Feuer, gerade recht zum Zigarette anzünden. Gumminasen auf der Fußsohle, kleine Perücken auf den Zehen, bunte Kostüme und natürlich die bekannte Mozart-Musik – in Ausschnitten – ergibt diese besondere Version der „Zauberflöte“. An mancher Stelle augenzwinkernd abgewandelt ist die den Opernfans gut vertraute Geschichte, ein bisschen um die Ecke gedacht, aber einzigartig zu Fuß! Das Theater Kuckucksheim kommt am 21. Oktober um 15 Uhr mit „Der Maulwurf Grabowski“ auf die Bühne. Für Familien mit Kindern ab 4 Jahren ist dieses Stück geeignet. Der Maulwurf Grabowski führt ein glückliches Leben unter der großen bunten Wiese am Stadtrand. Nach getaner Arbeit sitzt er oft auf einem seiner Hügel und genießt die Ruhe. Eines Tages aber stören riesige Bagger mit großen Bauvorhaben das friedliche Leben des Maulwurfs. Deshalb beschließt er traurig, irgendwohin zu ziehen, wo es noch saftige Wiesen mit weicher, lockerer Erde gibt. Das Hohenloher Figurentheater ist dann um 20 Uhr zu sehen mit „Faust“ nach einer historischen Überlieferung aus dem 15. Jahrhundert. 1589 wurde die Sage des berüchtigten deutschen Magiers und Schwarzkünstlers Johannes Georg Faust vom Engländer Marlowe als Drama bearbeitet und in Deutschland wieder aufgegriffen. Sie fand als Volksschauspiel weite Verbreitung. Besonders die Puppenspieler bedienten sich gerne dieses Stoffes. Goethe, der ein solches Puppenspiel in seiner Jugend sah, ließ sich davon zu seinem überragenden Werk „Faust“ inspirieren. Die Inszenierung des Hohenloher Figurentheaters beruht auf dem „Doktor Faustus“ von Marlowe. Mit Hilfe der handgefertigten wunderschönen Puppen entführen die Spieler das Publikum in eine mittelalterliche Welt mit ihren Vorstellungen von Gut und Böse, von Teufelsbund und Höllenfahrt! Am 22. Oktober wird, ebenfalls vom Hohenloher Figurentheater, „Der kleine Vampir“ um 15 Uhr zum Leben erweckt. Kinder ab 6 Jahren können hier erleben wie es Anton ergeht, der gerne Gruselgeschichten über blutrünstige Vampire liest. Von einem Vampir wie Rüdiger einer ist, hat er allerdings noch nie gehört. Rüdiger erscheint eines Nachts bei Anton und ist ganz anders als die Vampire, die er bisher aus seinen Büchern kannte. Zwar ist er etwas seltsam, aber sehr nett. Obwohl es nicht gerade selbstverständlich ist, dass sich Menschen mit Vampiren anfreunden erleben sie gemeinsam die tollsten Abenteuer. So gibt es auch jede Menge Gefahren: Antons neugierige Mutter oder die immer hungrige Vampirtante Dorothee und nicht zuletzt der Friedhofswärter Geiermeier, der Jagd auf Vampire macht. Johanna und Harald Sperlich bringen diesen Kinderbuchklassiker erstmals als Figurentheater auf die Bühne. Gespielt wird mit Maskenschauspiel sowie mit ca. 50 – 60 cm großen Tischmarionetten in einer raffinierten Drehbühne. Am 23.10. um 9 Uhr gibt es noch eine weitere Vorstellung. Im Netz unter puppentheater.jtf.de gibt es alle Informationen dazu.


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