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Schlossstrand – Erlangen


Frankenland trifft Nordseestrand – Schlossstrand

Gemütlich im Strandkorb sitzen, den feinen Sand zwischen den Zehen spüren, dabei mit einem Krabbenbrötchen in der Hand dem Wind zuhören, wie er durch das Dünengras streift – klingt nach einem perfekten Urlaubstag an der Nordseeküste. Wem die mehr als 800 Kilometer hoch in den Norden nach Sankt Peter-Ording oder Sylt doch ein Stück zu weit oder wessen Urlaubstage bereits aufgebraucht sind, muss darauf in Erlangen dennoch nicht verzichten.

Frei nach dem Motto „warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“ verwandelt das Erlanger City-Management gemeinsam mit dem Projektbüro Dinger den Schlossplatz in diesem Sommer kurzerhand zum Nordseestrand. 150 Tonnen feinster, weißer Kaolinsand machen Lust auf Urlaub vor der eigenen Haustüre. Doch bei knapp 10 LKW-Ladungen Sand wollte es Jan Dinger, der mit seinem Projektbüro für die Konzeption des Erlanger Stadtstrandes verantwortlich zeichnet, bei weitem nicht belassen, um auf den rund 1.500 Quadratmetern des Schlossplatzes die perfekten Bedingungen für authentisch-nordische Auszeiten vom Alltag mitten in Franken zu schaffen.

Eine Partnerschaft mit der größten nordfriesischen Insel macht es möglich, dass sich Erholungssuchende nicht nur in rund 200 Liegestühlen entspannen, sondern sich darüber hinaus stilecht in zahlreichen Original-Sylter Strandkörben niederlassen können, die unmittelbar bis zu ihrem Einsatz in Mittelfranken noch in Westerland oder Keitum Urlaubern Schutz vor Sonne, Wind und Wasser boten.

Für die Sanddünen mit den entsprechenden Gräsern wurde eigens ein Staudengärtner damit beauftragt, ein Äquivalent zu den im Norden heimischen Dünengräsern zu finden. „Alleine dies zu ermöglichen, hat uns vor riesige Herausforderungen gestellt, weil man Dünengras schlichtweg nirgends kaufen kann, da es nur am Meer wächst“, sagt Jan Dinger, der bereits ausgewiesene Stranderfahrung nachweisen kann – auch das zum Kult avancierte Sonnendeck in Augsburg begleitete er mit seiner Agentur in den Anfangsjahren.

Nicht minder schwierig war es, an Treibholz zu gelangen. „Klar, wenn man am Strand spazieren geht, sieht man immer mal wieder ein Stück Holz herumliegen, aber wenn man sehr viel davon braucht, ist das ein riesen Problem“, sagt er. Völlig abseits der Küste, in Sichtweite von Schloss Neuschwanstein, wurde er schließlich bei einem Händler in Füssen doch noch fündig.

„Uns war es wichtig, etwas zu machen, was es in der Form nicht in jeder Stadt gibt“, sagt Klassik-am-See-Macher Jan Dinger. Von den übrigen Stadtstränden – wie etwa dem Pendant in Nürnberg – hebt sich der Sternla Schlossstrand nicht nur deshalb ab, weil es dort weder Palmen noch einen Pool geben wird. Der Nordseestrand im Herzen der Hugenottenstadt soll nicht nur auf das junge Publikum zugeschnitten sein, vielmehr sollen sich dort genauso auch ältere Gäste wohl fühlen.

„Der Chef des City-Managements, Christian Frank, ist Anfang des Jahres ausdrücklich mit der Vorgabe an uns herangetreten, ein Projekt auf die Beine zu stellen, das zur Stadt und insbesondere zum Schlossplatz passt und möglichst einen Großteil der Bevölkerung anspricht“, sagt Jan Dinger. Beim Thema sei man sich schnell einig gewesen. Die vielen Syltaufkleber auf den Erlanger Autos und die Tatsache, dass ein Nordseestrand einfach besser zum durchschnittlichen deutschen Sommer passt, als die Karibik, habe die Entscheidung für die „Waterkant“ leicht gemacht.

Zum Glück, wie Jan Dinger sagt. Die kurze Vorlaufzeit habe einen kleinen Kraftakt nötig gemacht, da Sponsoren in der Kürze der Zeit normalerweise nicht mehr zu finden seien. Deshalb gelte, so Jan Dinger, insbesondere allen Partnern ein besonders großer Dank, ohne die ein solches Event in keinster Weise realisierbar sei.

Seit dreieinhalb Jahren arbeitet man seitens des City-Managements bereits an der Idee, ähnlich wie mit dem Projekt „Erlangen on Ice“, das bereits zweimal im Winter den Marktplatz in eine riesige Eisfläche verwandelt hat, auch im Sommer mit einem Event für eine Belebung des Schlossplatzes und der Innenstadt zu sorgen. Dafür, dass dies auch mit dem Sternla Schlossstrand gelingt, hat Jan Dinger mit seinem Konzept die besten Voraussetzungen geschaffen.

Genauso wie sich die von ihm initiierten Open Airs „Klassik am See“ und „Jazz am See“ von der Nürnberger Picknick-Version unterscheiden, steht auch der Sternla Schlossstrand für die stilvollere Variante. Statt lauter Partymusik im Stil des Café del Mar wird es in Erlangen erst ab 17 Uhr dezente Hintergrundmusik geben. Neben Sternla, dem neuen Trendbier der Würzburger Hofbräu, das zugleich auch als Namensgeber des Schlossstrandes fungiert, wird es auch Cocktails mit passenden Namen wie „Westerländer Leuchtfeuer“, exzellente Winzerchampagner und ebensolche Weine geben.

Auch in kulinarischer Hinsicht wird der Nordseestrand auf das Frankenland treffen. Nebst Fisch in allerlei Variationen – vom Krabben-Cocktail bis zum Klassiker „Fish & Chips“ – wird natürlich auch die „unnordische“ fränkische Bratwurst auf keinen Fall auf der Speisekarte fehlen. An der führt in Franken schlichtweg kein Weg vorbei. Mit dem Sternla Schlossstrand – so der Plan der Initiatoren – soll das künftig ebenso der Fall sein. Schon alleine aufgrund des finanziellen Aufwandes müsse ein solches Event immer auf Langfristigkeit ausgelegt sein.

„Gleichzeitig wissen wir auch, dass wir uns nun erstmal bewähren müssen“, sagt Jan Dinger. Mehr als 2.000 Facebookfreunde in kürzester Zeit und eine bayernweite mediale Präsenz – „obwohl es noch gar nichts groß zu erzählen gab“ – sollten Grund genug für eine optimistische Grundstimmung sein. Und zu guter Letzt ist man schließlich anders als in der Karibik, auch auf das Wetter nicht so sehr angewiesen: In einem Strandkorb lässt es sich auch bei Wind und Wetter gut aushalten. Ein Krabbenbrötchen in der Hand, die Füße im Sand und vielleicht krächzt ja sogar irgendwo eine Möwe…

 

Michael Kniess

 

 

[INFOBOX] Der Sternla Schlossstrand

Termin: 10. Juli bis 10. August

Öffnungszeiten: Täglich von 11.00 bis 22.00 Uhr, samstags bis 23.00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Neben einer Happy Hour (montags bis freitags von 17.00 bis 19.00 Uhr) lädt ein täglich wechselnder Mittagstisch bereits tagsüber zum Besuch des Sternla Schlossstrandes ein. Zum bunten Rahmenprogramm gehören unter anderem regelmäßige Sportangebote und Weinverkostungen sowie eine WEBER-Grill-Show und attraktive Verlosungen. Für Feiern kann man ab 10 Personen kostenfrei eine eigene gemütliche, überdachte Lounge reservieren.

Alle weiteren Infos: www.schlossstrand.de

Facebook.com/schlossstrand


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