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03.09.2019

Bienen in unserer Region und lokaler Honig

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat vielerorts auf das Thema Bienensterben und Artenvielfalt aufmerksam gemacht und auf die wichtige Rolle nicht nur der Bienen, sondern der Insekten allgemein als Pflanzenbestäuber und als grundlegenden Teil der Nahrungskette.

Und die Biene hat dadurch viele neue Freunde gefunden!Freizeit-Imkerei in Städten scheint schon fast Teil einer internationalen Bewegung und ein trendiges Hobby zu sein. In vielen Großstädten und internationalen Metropolen hat die Biene auf Dächern und Balkonen ein neues Zuhause gefunden. Aber vielleicht zieht es die Biene ohnehin von Wald und Land in die Städte. Weil sie durch Flurbereinigung, Monokulturen, Pestizide und komplettes Abmähen von Feldern und Wiesen im Sommer dann in ihrem urspünglichen Lebensraum kaum noch Pollen und Nektar findet. In Städten und Vororten mögen dann begrünte Dachterrassen, Kleingärten und Balkonpflanzen, ungedüngte Blumenwiesen, Brachflächen oder sogar Friedhöfe mit einem Nahrungsangebot aufwarten, das andernorts für Bienen nicht mehr zu finden ist. Und ohne Blüten, Pollen und Nektar gibt es bekanntermaßen auch keinen Honig. Und genau wegen diesem schätzen wir das kleine Insekt ja so sehr.

Und hier kommt der Imker ins Spiel. Doch, was genau macht eigentlich ein Imker? Kann jeder Imker werden und kann und darf ich Bienen überall halten? Was kann die Biene, was ein anderes Insekt nicht kann? Und wie erkenne ich im Supermarkt, wo der Honig wirklich herkommt? Gibt es Bio-Honig? Und wird der Honig geprüft?

Wir vom hugo! wollten es genauer wissen und haben jemanden getroffen, der sich auskennt: Herr Hans Ruckriegel vom Imkereiverein Erlangen und Umgebung e.V. 1888 war so freundlich uns mit Informationen aus erster Hand zu versorgen. Und hat bestätigt, dass die Biene vor allem durch intensive Landwirtschaft zu leiden hat. Und es ist wohl hauptsächlich den Imkern zu verdanken, dass es in manchen Regionen, auch in unserer, dann doch gar nicht so schlecht um sie bestellt ist. Das lässt hoffen.

Imker und Imkereivereine leisten wertvolle Arbeit zum Schutz und Erhaltung der Bienenund damit auch zum Erhalt von Pflanzen und Landschaft, vieler anderer Tierarten und zuletzt auch des Menschen. Das ganze Jahr über beobachten, kontrollieren und versorgen, schützen und pflegen Imker ihren Bestand an Honigbienen.Bienenkrankheiten wie die Varroa-Milbe hätten diesem Insekt sonst schon längst den Garaus gemacht. Mit Erlösen aus Honigverkäufen können die Imker dann ihre Unkosten decken und sich in manchen Gegenden auch noch über eine sogenannte Bestäubungsprämie freuen. Denn wirtschaftlich sehr relevant ist zunehmend die Bestäubungsleistung der Honigbienen in der Landwirtschaft. Honigbienen sind die wichtigsten Bestäuber von allen Blütenpflanzen.Weder Wind noch andere Insekten können ersetzen, was die Biene hier leistet. Sie ist also wirklich unverzichtbar. Die Imkerei hat damit einem enormen ökonomischen Nutzen für die Landwirtschaft, wo sie die Erträge und die Qualität von Obst und Gemüse erhöht. Und der volkswirtschaftliche Nutzwert macht die Biene nach Rind und Schwein weltweit zum drittwichtigsten Nutztier in der Landwirtschaft!

Der Honig ist aber wohl das erste, woran wir bei Bienen denken. Das flüssige Gold besteht vor allem aus zwei Dingen, Blütennektar und Honigtau. Letzteres ist ein zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt von Insekten und findet sich im sogenannten Waldhonig wieder. Schon beim Aufsammeln werden Nektar und Honigtau durch die Biene verarbeitet und mit körpereigenen Sekreten angereichert. Die Umwandlung in Honig beginnt also schon „im Flug“ bevor er dann in die Wabe kommt.

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenen Honigsorten, die unterschiedlichste Merkmale aufweisen. Geschmack, Farbe, Geruch und Konsistenz variieren dabei und machen jede Sorte jedes Jahr einzigartig und auf ihre Art schmackhaft. Übrigens: Nach der Honigverordnungdes Deutschen Imkerbunds e.V. darf Honig nur dann als solcher bezeichnet werden, wenn er nachweislich aus von Bienengesammeltem Nektar hergestellt wird. Blütenhonig ist ein Begriff für alle Honigsorten, bei denen Bienen Pollen und den süßen Nektar aus Pflanzenblüten sammeln. Waldhonig stellt eine Besonderheit unter den Honigsorten dar. Hier sammeln die Bienen nämlich keinen Nektar aus dem Blüteninneren, sondern aus den Ausscheidungen von Blattläusen und Kleinstinsekten. Honigtau sammeln die Bienen vorwiegend in Fichtenwäldern, er schmeckt würzig aromatisch und hat eine dunkelbraune Farbe. Daneben finden sich eine Vielzahl an anderen Honigsorten wie Lindenblüten- oder Akazienhonig, Raps-, Wildblüten- oder Sommerblütenhonig und und und. Als Sommerblütenhonig wird Honig bezeichnet, der aus dem Nektar vielfältiger Sommerblumen und Beerenblüten gewonnen wird, etwa Him- und Brombeere oder Weißklee. Dieser wird saisonal zwischen Juni und September hergestellt. Sortenreine Honige lassen sich gewinnen, weil Bienen die Eigenart haben, eine einmal gefundene Futterquelle wie zum Beispiel ein Rapsfeld oder eine Obstwiese so lange und ausschließlich anzufliegen bis diese erschöpft ist. „Blütenstet“ nennt das der Fachmann.

Die Deutschen gelten übrigens als Weltmeister im Verzehr von Honig und pro Kopf vernaschen sie im Durchschnitt knapp anderthalb Kilogramm im Jahr. Dieser Bedarf deckt sich nicht allein aus heimischer Produktion und so lesen wir oft auf den Etiketten, dass es sich bei so manchem Honig um Honigmischungen aus EU- und nicht-EU-Ländern handelt. Und in vielen Ländern gelten andere Gesetze und Verordnungen, die dazu führen können, dass verunreinigter oder belasteter Honig bei uns auf den Tisch kommt. Eine gesetzliche Verpflichtung zu Honigkontrollen auf Schadstoffe besteht übrigens nicht, aber die hiesigen Vereine sind sich ihrer Verantwortung sehr wohl bewußt und führen auch ohne gesetzliche Vorgabe regelmäßig Kontrollen auf eigene Kosten durch. Bei Markenzeichen wie „Echter Deutscher Honig“ oder „Fränkischer Bienenhonig“ mit den Wappen der Imkereivereinigung auf dem gekauften Honigglas kann man also sicher sein, dass der Honig aus der Region bzw. aus Deutschland kommt und geprüft ist.

Braucht es da eigentlich noch ein Bio-Label? Und was bedeutet das? Die Biene kann ja kaum wissen, welche Pflanzen gedüngt oder chemisch behandelt sind. „Bio“ bedeutet eigentlich, das dem Produkt, also dem Honig, nichts entzogen oder zugesetzt wurde. Er ist also quasi roh und demnach immer „Bio“. Für Bioimker gibt es Richtlinien, die die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau herausgegeben hat. Demnach darf sich Bioimker nur nennen, wer unter anderem seine Bienen in “Beuten“ (so heißen die Behausungen) aus unbehandeltem Holz oder anderen natürlichen Materialien hält und dem Bienenvolk dürfen nur Rahmen ohne Mittelwände zum Ausbau der Waben eingehängt werden. Auch sind Bioimker angehalten den Standort so zu wählen, dass im Umkreis von drei Kilometern rund um den Stock Nektar- und Pollentrachten im Wesentlichen aus ökologisch-biologischen Kulturen und Wildpflanzen bestehen. Und bei der Bekämpfung gegen Schädlinge oder Krankheiten dürfen nur bestimmte Stoffe wie zum Beispiel Ameisen- oder Oxalsäure zum Einsatz kommen. Aber das sind Vorgaben, denen sich der „normale“ Imker ebenfalls verpflichtet fühlt. Für Bio-Honig gelten also großteils die gleichen Richtlinien wie für den „Echten Deutschen Honig“. Wer also „regional statt global“ kauft, unterstützt lokale Imkeraus der Region und trägt zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Regionaler Honig hat dank kurzer Transportwege außerdem eine bessere CO2-Bilanz.

In Deutschland zählt man laut Deutschem Imkerbund etwa 130.000 Imker mit etwa 870.000 Völkern. Rund 95 % sind Freizeitimker und nur wenige betreiben dieses Handwerk als Hauptberuf. Herr Ruckriegel teilte mit, ihm seien in Bayern nur 3 Berufsimker bekannt. Ein Imker braucht keine spezielle Ausbildung, in den deutschsprachigen Ländern absolvieren aber die meisten (Neu-) Imker einen Anfängerkursund sind in Verbänden und Vereinenorganisiert.Diese leisten wertvolle Hilfe bei Aus- und Fortbildung, Haltungs- und Haftungsfragen, Krankheitsbekämpfung, Produktpflege und Qualitätsverbesserung der nach den Richtlinien des Verbandes gewonnenen Honige.Und jeder angehende Hobbyimker ist gut beraten, dieses Angebot zu nutzen. Prinzipiell darf jeder Bienen halten. Es gibt nur wenige Regeln, die man in der Bienenhaltung einhalten sollte: Wichtig ist, sich die Erlaubnis des Grundstückbesitzers zu holen und auch die Nachbarn zu informieren. Unbedingt erkundigen und absichern sollte man sich vorher, wenn zum Beispiel der Balkon einer Mietswohnung zum Bienenstandort werden soll! Nicht, dass dann Neuimker und sein Volk ausziehen müssen… . Immerhin leben im Sommer zwischen 40.000 und 60.000 Bienen in einem Stock und wird es eng im Nest, zieht im Frühjahr die Königin mit einem Teil der Bienen, dem „Schwarm“, aus, um ein neues Volk zu gründen. Auf der Suche nach einem Unterschlupf sammeln sich die Bienen dann in einer dicken Traube meistens an Bäumen. Übrigens: laut Bürgerlichem Gesetzbuch gehört der Schwarm auch dann immer noch dem Imker, solange er diesen verfolgt, ein herrenloserBienenschwarm dagegen demjenigen, der ihn einfängt.

Doch, man muss nicht gleich Imker werden, um der Biene und ihren Verwandten etwas Gutes zu tun: Jeder kann in seinem Garten, dem Balkon oder Fensterbrett mit relativ einfachen Mitteln dafür sorgen, dass Insekten etwas zu fressen finden und sich über bunte Blüten freuen. Im Garten vielleicht auch einfach mal etwas wachsen lassen… .

Ganz viel Infos zum Thema gibt es auf den Internetseiten der Vereine, zum Beispiel unter www.imkerverein-erlangen.de, www.bayerische-imker.de, www.lvbi.de, www.lwg.bayern.de, www.deutscherimkerbund.de, www.aelf-fu.bayern.de oder www.triesdorf.de/landwirtschaft-ernaehrung/bienenhaltung.

Hier erfährt man auch, wo und welche Imker lokalen Honig verkaufen.

 

Wissenswertes. Ein paar Zahlen und Fakten:

Die Königin legt im Sommer rund 2000 Eier pro Tag, etwa soviele Bienen sterben auch täglich.

Eine Königin lebt ca. 4 Jahre, eine Arbeiterin 6 – 8 Wochen und die Drohnen rund 4 Monate.

Die Arbeiterinnen fliegen in einem Radius von rund 3 Kilometern rund um ihren Stock auf der Futtersuche. Auf den Menschen übertragen hieße dies, für die Nahrungsbeschaffung rund 2.500 kmzu reisen (die Natur hatte mal vorgesehen, dass wir laufen!).

Für 500 Gramm Honig müssen Arbeitsbienen rund 40.000 mal ausfliegen und dabei eine Flugstrecke von rund 120.000 km zurücklegen.

2.9.19

„hin&herzo“ das Kulturfestival !!

„hin&herzo – Das Kulturfestival geht in die zweite Runde. Vom Freitag 27. bis Sonntag 29. September steht das Festival dieses Jahr unter dem Titel „Phantasie“ und das wird in vielerlei Hinsicht die Grundlage für das phantastische Programm.

Regionale und nationale Künstler machen in diesen Tagen Phantasie hörbar, spürbar, erlebbar und wahrlich sehenswert! Zum Herbstbeginn erwartet BesucherInnen eine besondere Aneinanderreihung von kulturellen Glanzpunkten. U.a. mit dabei: die Schauspielerin Suzanne von Borsody, die gemeinsam mit dem Trio Azul die Konzertlesung „Ein Abend für Frida Kahlo“ gestaltet. Schauspieler und Sprecher Rufus Beck erzählt in der szenischen Lesung „Die Reise zum Mond“ von Jules Vernes Roman, in dem die Phantasie einer Mondmission Wirklichkeit wird. „Die Physikanten“ machen Physik spielerisch erlebbar, während das Schattentheater „Moving Shadows“ optisch verblüfft. Die Lyrikerin und Singer-Songwriterin Clara Louise trifft mit ihren phantasievollen Poesie-Miniaturen den Nerv der Zeit.

Und während „Schönes Wasser“ den öffentlichen Raum tagsüber in ein phantastisches „Wassercafé“verwandelt, gestaltet Markus Stirn von Lichtplanung+ abends den „hin&herzo-Entdeckungsraum“ mit themenbezogenen Illuminationen und Lichtkunstobjekten. Neben den Veranstaltungsorten wie dem Vereinshaus, der Evangelischen Kirche und Schmiede Metallbau Drebinger ist der hin&herzo-Entdeckungsraum mit einem vielseitgen „Umsonst-und-draußen-Programm“ das belebte Herzstück dieses Festivals. In diesem für den Verkehr gesperrten Bereich, der die Hauptstraße und den Marktplatz umfasst, begegnen den Besuchern und Besucherinnen Walk Acts, Performances und allerlei kulinarische Köstlichkeiten.

Der Vorverkauf für die Tickets der Programm-Highlights hat begonnen. Das vollständige Programm und Karten sind online unter www.hinundherzo.de, in der neuen Tourist-Info in der Hauptstraße 34 in Herzogenaurach und bei allen Reservix-Verkaufsstellen verfügbar. Nichts wie hin und eine tolle Zeit erleben!

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