Ausflugstipps zu mystischen Kraftorten in der Region
3 sagenumwobene Orte in Franken
Passend zum Frühling darf man sich auf viel Geheimnisvolles auch in unserer Region freuen! Seit jeher zieht Menschen das nicht rational Erklärbare an. Energien und Schwingungen, die man spüren, aber nicht sehen kann, sind oft für die Entstehung von Sagen, Legenden, Mythen und Märchen verantwortlich und diese Geschichten sind immer mit einem bestimmten Ort verbunden: sei es ein Berg, eine Quelle oder Höhle, ein besonders alter Baum, ein Wald, Burgen oder Schlösser. Eine wichtige Rolle spielen die Kräfte, die dort freigesetzt werden. Und oft enthält jede geheimnisvolle Geschichte immer ein Fünkchen Wahrheit. Feinfühlige Menschen kennen das Gefühl, sich von bestimmten Orten fast magisch angezogen zu fühlen. Andere markante Plätze jedoch möchte man möglichst
schnell wieder verlassen oder komplett meiden. Es ist mittlerweile unbestritten, dass es Erdkräfte gibt, die – positiv oder negativ – auf Menschen einwirken und so entstanden Stätten der Heilung (Heil- und Kurbäder), des Friedens, der Besinnung und der Spiritualität (Kultplätze, Klöster und Kirchen) und der Macht (Burgen und Schlösser). Und solche kraftvollen Orte gibt es überall und man muß dazu nicht nach Stonehenge reisen, denn auch in Franken gibt es sie sehr zahlreich und ein paar davon haben wir genauer unter
die Lupe genommen:
Kraftort Walberla.
Das Walberla bei Forchheim, gelegen am Rande der Fränkischen Schweiz, ist einer der wichtigsten Kraftorte Frankens und trägt den offiziellen Namen „Ehrenbürg“. Abgeleitet vom Lateinischen ergibt der Name „arca“ = Schutz und „bürg“ = Burg oder Schutzanlage, was soviel bedeutet wie „Schützender Raum“ oder „Burg, die Zuflucht gewährt“. So war er seit Menschengedenken Zufluchtsort verschiedener steinzeitlicher Kulturen und gewährte stets zuverlässig Schutz und Sicherheit. Der markante Tafelberg mit imposanter Panoramasicht war einst ein Kultplatz der Kelten, an dem Rituale praktiziert wurden. Da das Walberla offenbar über eine mächtige kraftvolle Energie verfügte, war es nicht verwunderlich, dass viele Menschen den Berg aufsuchten, um sich mit der universellen und jedem Menschen frei zugänglichen Energie aufzuladen und sich spirituell mit der Erde zu verbinden. Das aber war der Kirche im düsteren Mittelalter ein Dorn im Auge und so wurde im 14. Jahrhundert auf dem energiereichen Platz auf dem Plateau erstmals eine Holzkapelle errichtet, die im 17. Jahrhundert aus Stein erneuert wurde. So erlangte dieser Berg auch seine umgangssprachliche Bezeichnung „Walberla“, da die Kapelle der Heiligen Walpurgis geweiht wurde und seitdem den Namen Walburgis-Kapelle trägt.
Kraftort Druidenhain.
Wie schon erwähnt sind aber nicht nur Berge kraftvolle Orte, sondern auch so manchner Wald zog Menschen in seinen Bann, konnten sie doch gut als Versammlungsorte dienen, um nicht gleich von jedermann beobachtet zu werden. Bei Wohlmannsgesees in der Nähe von Muggendorf finden wir einen solchen Wald, zu dem sich ein Wanderweg (mar kiert mit einem senkrechten blauen Strich) hinschlängelt. Mitten im Wald taucht dann ein kleines Schild mit der Aufschrift „Druidenhain“ auf. Das läßt Magisches erahnen. Folgt man diesem Schild gelangt man zu einer verborgenen, ungewöhnlichen Felslandschaft. Die Felsblöcke, dicht mit Moos bewachsen, stehen in langen Zeilen wie von Menschenhand aufgereiht und es ranken sich fantasievolle Sagen darum. So soll hier einst eine Kultstätte keltischer Druiden gewesen sein. Außerdem munkelt man, dass der Raubritter Eppelein von Gailingen seine Bundesgenossen am 1. Mai 1381 im Druidenhain versammelte, um ihnen dort den Treueschwur abzunehmen. Eine andere Legende erzählt von Hexenbanketten mit „Kinderfleisch und Menschenblut“. Sicher ist aber auf jeden Fall, dass die zauberhaften Schattenspiele und vermoosten Felsen jeden Besucher in ihren Bann ziehen werden.
Kraftort Heilsbronn.
Neben Wäldern und Bergen kam vor allem dem Wasser eine besondere Bedeutung zu. In der wasserarmen Region der Fränkischen Schweiz waren Quellen schon immer wichtig und in den Städten Brunnen unabdingbar. Wasser ist die Quelle des Lebens und Quellen sind sehr lebendige Kraftorte. Burgen und Städte wurden fast immer auf Wasseradern errichtet bzw. an Orten, die über Grundwasservorräte verfügten und die Trinkwasserbrunnen spielten eine wichtige Rolle. In Heilsbronn im Landkreis Ansbach befindet sich ebenfalls ein solcher Kraftort, der seine Anziehung aus einer Quelle schöpft. Sehenswert ist das Münster des ehemaligen Zisterzienserklosters Heilsbronn und neben dem Hochgrab der Kurfürstin Anna führen Stufen zu besagter Quelle, die in einer kleinen Gruft inmitten der Kirche entspringt. Das Grab der Kurfürstin ist übrigens das älteste der Hohenzollerngräber im Heilsbronner Münster. Die christliche Legende berichtet, dass die heiligen Geschwister Walburgis, Oswald und Wilibald in Ostfranken reisten und deren Esel soll drei Quellen ausgescharrt haben: in Heidenheim, in Auhausen und in Heilsbronn, wo jeder der drei Geschwister ein Kloster baute. Kristallklar und strahlend sprudelt die heute fast vergessene Quelle in der Gruft des Münsters. Die Quelle wurde Mitte des 19. Jh. neu gefasst und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ihre Lage und die vielfältigen Geschichten, die sich um ihr Wasser ranken, weisen darauf hin, dass die Quelle bereits lange bevor das Münster erbaut wurde, für das Volk eine herausragende Bedeutung hatte.
https://www.heilsbronn.de/de/kultur-tourismus/sehenswertes/stadtrundgang/4-muenster
