Entdecken Sie die Ausstellung „Gentlemen’s Agreement“ im Jüdischen Museum Franken in Schnaittach 20.4. – 23.2.25
Die ungelösten Rätsel des jüdischen Besitzes: Eine Ausstellung, im Jüdischen Museum Franken in Schnaittach die Fragen aufwirft
Hannah Arendt beschrieb den Zeitgeist treffend als ein „Gentlemen’s Agreement“, eine Vereinbarung, in der Meinungen über Tatsachen dominieren. Dieser Gedanke hallt heute lauter denn je wider, insbesondere in einer Ära von Fake News und Geschichtsrevisionismus. In der Ausstellung „Gentlemen’s Agreement“ im Jüdischen Museum Franken in Schnaittach wird der Umgang mit Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute beleuchtet.
Die Ausstellung zeigt die unzähligen ungeklärten Fälle der Enteignung jüdischen Besitzes und spiegelt somit das Ausmaß der Entrechtung, Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden im Nationalsozialismus wider. Sie wirft dabei auch einen kritischen Blick auf die Rolle von Museen und Archiven, die sowohl Retter als auch Nutznießer der enteigneten Gegenstände waren.
Im Fokus steht die Sammlung aus jüdischem Besitz des Schnaittacher Museumsleiters Gottfried Stammler (1885-1959). Die Ausstellung beleuchtet die historischen Abläufe, Zusammenhänge und Nachwirkungen der Enteignung bis in die Gegenwart.
Besuchen Sie die Ausstellung „Gentlemen’s Agreement“ im Jüdischen Museum Franken in Schnaittach, um einen tiefgreifenden Einblick in dieses kontroverse und wichtige Thema zu erhalten.
Adresse: Museumsgasse 12-16, Schnaittach
Datum: 20. April 2024 – 23. Februar 2025
geöffnet: Sa + So: 12-17 Uhr
Eintritt: 5 Euro
Die Ausstellung und der begleitende Band sind dem Gründungsdirektor des Jüdischen Museums Franken in Schnaittach und Fürth, Bernhard Purin (1963-2024), gewidmet.
Weitere Infos und Anmeldung unter: https://www.juedisches-museum.org/
Die Dauerausstellung im Jüdischen Museum Franken in Schnaittach
JüDISCHES LEBEN AUF DEM LANDE
Das Jüdische Museum Franken in Schnaittach wurde in der 1570 erbauten Synagoge mit angegliedertem Rabbinerhaus und Ritualbad eingerichtet. Mit seinem historischen Bau und seiner beeindruckenden Sammlung legt das Museum einen faszinierenden Fokus auf das Landjudentum. Für alle, die sich für das Leben auf dem Land interessieren: ein must-see!
In seiner Dauerausstellung präsentiert das Museum den bedeutendsten Bestand an Sachzeugnissen jüdischer Landkultur in Süddeutschland. Sie umfasst nicht nur Dinge des religiösen Rituals, sondern auch zahlreiche Alltagsgegenstände der jüdischen Landgemeinde, der »Medinat Aschpah« – der Verwaltungsgemeinschaft der jüdischen Gemeinden in Ottensoos, Schnaittach, Forth und Hüttenbach.
Die prachtvolle Schnaittacher Synagoge ist in Deutschland einzigartig. Denn sie besteht aus einer Männerschul und einer Frauenschul, die sich auf gleicher Ebene befinden.
Die Männerschul wurde 1570 erbaut und orientierte sich an den Stil der Pinkas-Schul in Prag. 1735/6 wurde die Männerschul nach Osten hin erweitert und um eine eigene Frauenschul ergänzt. Beide Beträume wurden über Fensteröffnungen miteinander verbunden, sie hatten jedoch beide getrennte Ein- und Ausgänge.
Im Keller des angrenzenden Rabbiner- und Vorsängerhauses befindet sich das historische Ritualbad (Mikwe). Es ist das einzige vollständig erhaltene Ritualbad in Schnaittach. Die Mikwe wird von Grundwasser gespeist. In den Wänden befinden sich Nischen zum Abstellen von Lampen.
Ritualbad nutzen Jüdinnen und Juden bis heute zur rituellen Reinigung. Voraussetzung für diese Reinigung ist eine Körperpflege- und wäsche, die im Mikwen-Vorraum unternommen wurde.
