Infos zum neuen Lebensabschnitt: Auszubildende und die Sozialversicherung
Mit dem Berufsstart müssen sich Auszubildende auch um den eigenen Versicherungsschutz Gedanken machen und erstmals Beiträge in die Sozialversicherung einzahlen. Die Sozialversicherung ist eine Pflichtversicherung und gilt ab dem ersten Ausbildungstag. Und das solltet ihr wissen: Unterteilt ist die Sozialversicherung in Kranken-, Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherung. Lehrlinge müssen sich nicht um die Anmeldung zur Sozialversicherung kümmern, denn das erledigt der Arbeitgeber. Die Kosten bzw. Beitragssätze werden zwischen Ausbildungsbetrieb (Arbeitgeber) und Auszubildendem (Arbeitnehmer) geteilt.
Die Rentenversicherung stellt den Sozialversicherungsausweis aus, wenn der erste Arbeitgeber eine Versicherungsnummer beantragt. Diese Sozialversicherungsnummer bleibt ein Leben lang erhalten und sollte gut aufbewahrt werden. Der Ausweis dient als Nachweis dafür, dass ihr als Azubis auch sozialversichert seid. Damit Rentenversicherungsbeiträge richtig verbucht werden können, solltet ihr die Angaben auf diesem Dokument überprüfen: Name, Geburtsdatum und die Sozialversicherungsnummer. Falls ihr tatsächlich Fehler entdeckt, bitte direkt an eure Krankenkasse wenden, sonst können die Beiträge für die spätere Rente nicht richtig verbucht werden. Falls die Kasse nicht weiterhelfen kann, ist der Bund der Deutschen Rentenversicherung der richtige Ansprechpartner (www.deutsche-rentenversicherung.de).
Ohne eine Krankenversicherung geht in Deutschland gar nichts, denn sie sichert euch ab, solltet ihr krank werden. Sie übernimmt die Behandlungskosten und die Kosten für die Medikamente. Als Auszubildender musst du in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert sein. Wenn du bisher bei deinen Eltern familienversichert warst, dann erlischt dieses Anrecht mit Ausbildungsbeginn. Welcher Krankenversicherung man beitritt, bleibt einem selbst überlassen. Wer sich jedoch nicht selbst um die Wahl seiner Krankenversicherung kümmert, muss damit rechnen, dass der Arbeitgeber einen Versicherer aussucht. Aus der gesetzlichen Krankenversicherung stehen verschiedene Anbieter zur Auswahl zum Beispiel die AOK des Wohn- und Beschäftigungsorts, jede Ersatzkasse und auch Betriebs- oder Innungskrankenkassen. Es empfiehlt sich also zu prüfen: Welche Krankenkasse passt zu mir und hat die besten Leistungen?
Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt aktuell 2,4 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoentgelts, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen und wird gemeinsam mit den Beiträgen zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung bei der Lohnabrechnung automatisch abgeführt. Im Falle von Arbeitslosigkeit habt ihr dann – nach einer Anwartschaft, die erfüllt sein muss – Anspruch auf Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld. Genauere Infos zur sogenannten „Anwartschaft“ und Höhe oder Dauer der Leistungen bekommt ihr bei der Bundesagentur für Arbeit.
Die gesetzliche Unfallversicherung hat die Aufgabe, Arbeits- und Schulunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren abzusichern. Sie wird ausschließlich vom Arbeitgeber getragen. Also seid ihr automatisch bei Unfällen, die sich am Arbeitsplatz oder Berufsschule, auf dem Weg dorthin oder auf dem Weg von dort nach Hause ereignen, abgesichert. Das heißt aber im Umkehrschluß: für Unfälle, die sich in eurer Freizeit ereignen können, z.B. beim Sport, müsst ihr euch selber absichern.
Seit ihrer Einführung 1995 gilt die Pflegeversicherung als fünfte Säule der Sozialversicherung und sie wurde geschaffen, um alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland gegen das Risiko einer Pflegebedürftigkeit abzusichern. Auch hier zahlt die Hälfte der Arbeitgeber und wer mehr wissen möchte, kann sich zum Beispiel unter www.krankenkassenzentrale.de zu diesem Thema informieren.
Viele hilfreiche Infos sind im Netz schnell gefunden zum Beispiel unter www.azubiyo.de/azubi-wissen/versicherungen oder auch bei den Krankenkassen und Arbeitsagenturen. Am besten fragt ihr auch einfach jemanden, der sich damit schon auskennt: Eltern, ältere Geschwister, Verwandte und Freunde. Diese können euch mit Praxistipps aus 1. Hand und eigenen Erfahrungen bestimmt weiterhelfen und gut beraten!
