Duale Ausbildung, Berufsabitur, duales Studium… Was genau ist das eigentlich?
Duale Ausbildung: der perfekte Mix aus Praxis und Theorie
Die duale Ausbildung, auch betriebliche Ausbildung (früher: Lehre) genannt, ist in Deutschland die häufigste Form der Berufsausbildung, denn die meisten staatlich anerkannten Ausbildungsberufe – aktuell über 450 – sind nach diesem System aufgebaut. „Dual“ beschreibt die zweigeteilte Form an 2 verschiedenen Ausbildungsorten: In der Berufsschule erlernst du das theoretische Fachwissen, im Betrieb praktische Kenntnisse und Fertigkeiten. Dadurch erwerben die Azubis eine praxisorientierte Qualifikation und damit auch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Der Berufsschulunterricht findet normalerweise an 1 bis 2 Tagen pro Woche neben der betrieblichen Arbeit statt. Bei einigen Ausbildungen wird der Schulunterricht auch in Blockform abgehalten: Hier bist du abwechselnd für einige Wochen am Stück in der Schule und dann wieder im Ausbildungsbetrieb. 5 Ausbildungsbereiche stehen hier zur Auswahl: Industrie und Handel, Handwerk, Land-/Forstwirtschaft, Öffentlicher Dienst und Freie Berufe. Die Auswahl ist riesig und alleine das Handwerk bietet über 130 verschiedene Ausbildungsberufe. Das Gute ist, dass für jedes Talent und jedes Interesse das Richtige dabei ist. Die Herausforderung besteht darin, einen Überblick zu gewinnen und sich für den passenden Ausbildungsberuf zu entscheiden und dabei helfen zum Beispiel die Handwerkskammer Bayern (www.hwk-muenchen.de) oder Mittelfranken (www.hwk-mittelfranken.de).
Und hier haben wir noch für euch als Ergänzung aufgelistet wer eigentlich nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) die „Zuständigen Stellen“ in der Ausbildung sind, damit ihr wisst, wo man sich noch aus 1. Hand informieren kann:
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Handwerkskammern (HWK) für Berufe der Handwerksordnung
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Industrie- und Handelskammern (IHK) für nichthandwerkliche, also kaufmännische und gewerbliche Berufe
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Landwirtschaftskammern für landwirtschaftliche Berufe
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Rechtsanwalts-, Patentanwalts-, Notarkammern und Notarkassen für Berufe im Bereich der Rechtspflege
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Wirtschaftsprüfer- und Steuerberaterkammern für Berufe im Bereich der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung
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Ärzte-, Zahnärzte-, Tierärzte- und Apothekerkammern für den Bereich des Gesundheitswesens
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Im Öffentlichen Dienst bestimmen Bundes- und Landesbehörden, Gemeinden und Gemeindeverbände die für ihren Bereich zuständigen Stellen.
Berufsabitur: während der Lehre zur Fachhochschulreife
Beim BerufsAbitur besteht die Möglichkeit, während eurer Lehre das Fachabitur zu erwerben. Das Ganze funktioniert so: Ihr macht eine Lehre und besucht ganz normal die Berufsschule. Für das BerufsAbi findet zusätzlicher Unterricht am Abend statt. In den ersten beiden Schuljahren besteht dieser aus sechs Stunden pro Woche, im dritten Schuljahr aus sieben. Unterrichtet werden Deutsch, Englisch, Mathematik sowie Natur- und Gesellschaftswissenschaft. Wegen des zusätzlichen Unterrichts nennt sich das BerufsAbitur auch Berufsschule+. Dafür könnt ihr euch anmelden, wenn ihr eine mindestens zweijährige Berufsausbildung macht. Außerdem ist die mittlere Reife mit einem Notendurchschnitt von mindestens 3,5 in den drei Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch Voraussetzung. Wichtig ist, dass der Ausbildungsbetrieb damit einverstanden ist und unterstützt. Ohne ihn geht es nicht, zum Beispiel wenn der Unterricht um 17 Uhr beginnt und ihr früher gehen oder für Prüfungen lernen müsst. Zugegeben: Das Ganze ist ziemlich sportlich und es geht einiges an Freizeit drauf, nicht nur unter der Woche, auch am Wochenende. Ihr braucht also eine Menge Durchhaltevermögen, aber die Berufsschule+ hat viele Vorteile: man hat das Fach-Abi schneller in der Tasche als über die BOS, die erst nach der Lehre und dann in Vollzeit besucht wird. Und ihr braucht das Abi nur in drei Fächern machen (Mathe, Deutsch, Englisch), das Profilfach (Wirtschaft, Technik, Pädagogik und Psychologie, Gesundheit etc.) entfällt, hier wird nämlich die praktische Ausbildung angerechnet. Letzter Vorteil: Ihr verdient durch eure Ausbildungsvergütung bereits Geld!
An folgenden Standorten in unserer Region wird das BerufsAbitur angeboten:
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Staatliches Berufliches Schulzentrum Herzogenaurach-Höchstadt a. d. Aisch
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Staatliche Berufsschule Rothenburg o. d. Tauber
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Staatliche Berufsschule II Fürth
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Staatliches Berufliches Schulzentrum Roth
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Staatliches Berufliches Schulzentrum Nürnberger Land, Lauf
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Berufsschule 2, Nürnberg
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Berufsschule 6, Nürnberg
Wer einen noch höheren Abschluss anstrebt, kann diesen nach einem weiteren 4. Jahr erwerben: in Vollzeit noch die 13. Jahrgangsstufe an der Berufsoberschule (BOS) absolvieren und dann die Prüfung zur fachgebundenen Hochschulreife (ohne zweite Fremdsprache) oder zur allgemeinen Hochschulreife (mit zweiter Fremdsprache) ablegen.
Viele hilfreiche Informationen dazu findet ihr beim Zentralverband des Deutschen Handwerks unter www.zdh.de/fachbereiche/bildung/berufsabitur.
Duales Studium: Die Theorie an der Hochschule, die Praxis im Unternehmen
Ein duales Studium ist für viele der perfekte erste Karriereschritt und verbindet ein klassisches Studium mit einer beruflichen Ausbildung. Das Beste dabei: schon während deines dualen Studiums wird Geld verdient. Für diese Kombination benötigst du je nach Studiengang Abitur, fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife. In Deutschland gibt es mittlerweile über 1500 duale Studiengänge. Wenn du dich also für ein duales Studium interessierst, solltest du dich direkt an der Hochschule über den jeweiligen Studiengang informieren, denn dort erfährst du, wie das duale Studium aufgebaut ist, welche Lehrinhalte thematisiert werden und wie die genauen Zulassungsvoraussetzungen sind. Viele hilfreiche Informationen, Ratgeberbeiträge und Links zu Unternehmen und Einrichtungen gibt’s zum Beispiel unter www.ausbildung.de/duales-studium.
Eine Übersicht über duale Studienplätze aller Fachrichtungen und Ausbildungsstellen in ganz Deutschland sowie viele andere hilfreiche Infos sind auch gut zusammengefasst unter www.azubiyo.de/azubi-wissen zu finden.
