Es gibt Orte, die Kultur nicht einfach beherbergen, sondern ihr eine eigene Stimmung geben. Das Weiße Schloss in Heroldsberg ist so ein Ort. Ein Haus mit Jahrhunderten in den Mauern, Kunst an den Wänden und Geschichten, die weit über den Ort hinausreichen.

Im Herbst 2026 treffen hier zwei sehr unterschiedliche Künstlerwelten aufeinander.

Am 3. Oktober 2026 gehört der Abend zunächst einem Mann, der wie kaum ein anderer wusste, wie komisch Menschen werden, sobald sie versuchen, vollkommen ernst zu bleiben: Loriot. Silvia Ferstl und Christoph Ackermann widmen ihm unter dem Titel „Früher war mehr Lametta“ einen Abend im Bürgersaal Heroldsberg.

Nur wenige Tage später, am 8. Oktober, öffnet sich im Weißen Schloss ein ganz anderes Fenster ins 20. Jahrhundert. Die große Retrospektive „Eitel Klein – Nürnberger Malerei des 20. Jahrhunderts“ erinnert an einen Künstler, dessen Werke bis heute in Nürnberg präsent sind – dessen Name aber längst nicht so bekannt ist, wie er es verdient hätte.

Und für hugo!-Leser gibt es gleich zweimal die Chance, dabei zu sein: Wir verlosen 2 × 2 Karten für den Loriot-Abendsowie 3 × 2 Eintrittskarten inklusive Führung durch die neue Eitel-Klein-Ausstellung.

Loriot und Eitel Klein in Heroldsberg 2026: Termine auf einen Blick

Im Kulturherbst 2026 präsentiert Heroldsberg am 3. Oktober den Loriot-Abend ‚Früher war mehr Lametta‘. Ab 9. Oktober zeigt das Weiße Schloss die große Eitel-Klein-Retrospektive ‚Nürnberger Malerei des 20. Jahrhunderts‘. hugo! verlost 2 × 2 Loriot-Karten sowie 3 × 2 Ausstellungskarten inklusive Führung

„Früher war mehr Lametta“: Ein Abend mit Loriot in Heroldsberg

Eine Badewanne. Ein Frühstücksei. Ein schief hängendes Bild. Weihnachten im Familienkreis.

Andere hätten darin kaum genügend Stoff für eine Geschichte gesehen. Loriot machte daraus kleine Studien über die menschliche Existenz.

Seine Figuren scheitern selten an den wirklich großen Fragen des Lebens. Sie scheitern an Banalitäten, an Konventionen und vor allem an der erstaunlichen Schwierigkeit, miteinander zu reden, ohne konsequent aneinander vorbeizureden. Genau diese alltäglichen Katastrophen stehen auch hinter dem Loriot-Abend von Silvia Ferstl und Christoph Ackermann.

Das Schöne daran: Je verzweifelter Loriots Figuren versuchen, ihre Würde zu bewahren, desto sicherer verlieren sie sie.

Und vielleicht liegt darin das Geheimnis eines Humors, der Jahrzehnte überlebt hat.

„Früher war mehr Lametta“ – vier Wörter für die Ewigkeit

Schon der Titel des Abends genügt.

„Früher war mehr Lametta.“

Vier Wörter, und beinahe jeder hört Weihnachten mit. Die etwas müde Festlichkeit, die Familie, die Erinnerung daran, dass früher angeblich alles ein wenig schöner, feierlicher und vermutlich auch vernünftiger gewesen sei.

Der Satz ist längst größer als die Szene, aus der er stammt. Er ist zu einer Redewendung geworden, zu einer lakonischen Formel für die menschliche Neigung, die Vergangenheit mit einem gewissen Glanz zu versehen.

Und genau hier zeigt sich Loriots Meisterschaft: Er benötigte keine große Pointe. Ein Satz, ein Blick, eine Pause konnten reichen.

Wer war Loriot? Vom Karikaturisten zum deutschen Kulturphänomen

Hinter Loriot stand Bernhard-Viktor „Vicco“ von Bülow, geboren am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel. Nach dem Krieg studierte er von 1947 bis 1949 an der Landeskunstschule Hamburg und arbeitete anschließend als Karikaturist. Seine Zeichnungen erschienen unter anderem in „Quick“, „Stern“, „Weltbild“ und „Welt“. Später folgten Bücher, Fernsehsendungen, Spielfilme und Operninszenierungen. Loriot starb 2011 am Starnberger See.

Loriot – offizielle Website und Biografie

Der Künstlername selbst verweist auf das Familienwappen der Bülows: Der Pirol heißt auf Französisch „loriot“.

Doch biografische Daten erklären nur zum Teil, warum Loriot einen so festen Platz im kulturellen Gedächtnis Deutschlands besitzt.

Warum Loriot noch immer so modern wirkt

Loriot interessierte sich für die feinen Risse in der Fassade.

Seine Menschen wollen korrekt sein. Höflich. Gebildet. Beherrscht. Sie halten sich an Formen, Regeln und gesellschaftliche Erwartungen – und genau diese Regeln bringen sie regelmäßig an den Rand des Wahnsinns.

Das ist der Grund, weshalb Loriot nicht altmodisch wirkt, obwohl viele seiner Szenen in einer Bundesrepublik spielen, die es so längst nicht mehr gibt.

Die Möbel haben sich verändert. Die Kleidung auch.

Das menschliche Missverständnis ist geblieben.

Darin steckt mehr als Komik. Loriot war ein außergewöhnlich genauer Beobachter der Gesellschaft. Er musste seine Figuren nicht vorführen. Meist genügte es, sie reden zu lassen.

Mehr als ein Best-of: Loriots Leben trifft auf seine berühmten Szenen

Silvia Ferstl und Christoph Ackermann wollen deshalb in Heroldsberg nicht einfach einen Sketch nach dem anderen auf die Bühne bringen.

Der Abend verbindet Loriots Leben mit seinem Werk und den gesellschaftlichen Veränderungen seiner Zeit: von seinen ersten Zeichnungen bis zu den großen Kinoerfolgen, von Emanzipation bis Medienrevolution.

Das verspricht einen Abend, der Erinnerung nicht mit Nostalgie verwechselt.

Man darf lachen. Sehr wahrscheinlich sogar viel.

Aber vielleicht versteht man anschließend auch ein wenig besser, warum man lacht.

Termin und Karten für „Früher war mehr Lametta“ in Heroldsberg

Der Loriot-Abend findet am Samstag, 3. Oktober 2026, um 20 Uhr im Bürgersaal, Hauptstraße 104 in Heroldsberg, statt.

Die Karten kosten im Vorverkauf 24 Euro. Mitglieder zahlen 22 Euro, Schüler und Studenten 20 Euro. An der Abendkasse liegen die Preise bei 26, 24 beziehungsweise 22 Euro.

Gewinnspiel: hugo! verlost 2 × 2 Karten für den Loriot-Abend

Zwei Leserpaare können den Abend kostenlos erleben.

hugo! verlost 2 × 2 Eintrittskarten für „Früher war mehr Lametta – Ein Abend mit Loriot“.

Gewinnspielfrage:
Wie lautet Loriots bürgerlicher Name?

Schickt die richtige Antwort per E-Mail an redaktion@hugo-info.de.

Betreff: Loriot Heroldsberg
Teilnahmeschluss: 30.9, 12 Uhr

Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen findet ihr unten auf unserer Website.

Noch mehr Kultur im Herbst: Theater unter der Zeltkuppel in Erlangen

Comoedia Mundi Erlangen 2026 – beleuchtetes Theaterzelt an der Schwabachanlage
Das Theaterzelt von Comoedia Mundi: Vom 12. September bis 3. Oktober 2026 gastiert das außergewöhnliche Tourneetheater wieder in Erlangen.

HIER würde ich den internen Link zu COMOEDIA MUNDI setzen.

Wer außergewöhnliche Bühnenkunst mag, findet im Kulturherbst 2026 auch wenige Kilometer weiter ein besonderes Gastspiel: COMOEDIA MUNDI schlägt vom 12. September bis 3. Oktober sein Theaterzelt in der Erlanger Schwabachanlage auf. In unserem großen Beitrag stellen wir Programm, Termine und Hintergründe des Gastspiels vor.

COMOEDIA MUNDI in Erlangen 2026 – Programm, Termine und alle Infos

Das Weiße Schloss Heroldsberg: Ein Haus mit mehr als 500 Jahren Geschichte

Wer an diesem Abend nach Heroldsberg kommt, begegnet der Kultur nicht nur auf der Bühne.

Ein paar Schritte entfernt steht ein Gebäude, das selbst genug Stoff für mehrere Geschichten besitzt.

Das Weiße Schloss Heroldsberg gehört zu jenen Bauwerken, bei denen Geschichte nicht hinter einer Museumsvitrine beginnt. Sie steckt im Haus selbst.

Die Geschichte reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. 1471 erwarb Endres Geuder ein Erbrecht und einen Garten am Kirchhof der heutigen St.-Matthäus-Kirche. Eine Urkunde aus dem Jahr 1487 deutet darauf hin, dass dort mit dem Bau eines Herrensitzes begonnen wurde.

Damit führt die Geschichte des Hauses zurück in eine Zeit, in der Nürnberg zu den bedeutendsten Städten des Heiligen Römischen Reiches gehörte.

Die Geuder und die vier Schlösser von Heroldsberg

Seit 1391 waren die Geuder in Heroldsberg ansässig. Die Nürnberger Patrizierfamilie bekleidete hohe Ämter und gehörte zu den einflussreichen Familien der Reichsstadt. Im ausgehenden 15. Jahrhundert entstanden in Heroldsberg vier Schlösser: das Grüne, das Rote, das Weiße und das Gelbe Schloss.

Noch heute prägt dieses Ensemble das historische Bild Heroldsbergs.

Dann griff die Geschichte gewaltsam ein.

Im Zweiten Markgrafenkrieg wurde das Weiße Schloss zerstört. Ab 1565 entstand es in jener Gestalt neu, die seinen Charakter bis heute bestimmt. Um 1762 kam der achteckige, viergeschossige Treppenturm hinzu.

Vom Herrensitz zum Rathaus – und schließlich zum Museum

Auch die Nutzung des Schlosses wandelte sich.

1928 ging das Gebäude an die Marktgemeinde Heroldsberg über und wurde als Rathaus und Bürgermeisterwohnung genutzt. In den 1930er- und 1940er-Jahren befand sich im Erdgeschoss zeitweise sogar ein Kindergarten.

2005 zog die Gemeindeverwaltung aus.

Nach einer grundlegenden Sanierung und einem Umbau wurde das Weiße Schloss schließlich 2017 als Museum und Veranstaltungsort wiedereröffnet. Rund 2,4 Millionen Euro wurden nach Angaben des Museums in historische Bausubstanz und Erweiterungsbau investiert.

Heute zeigt das mittelalterliche Schloss auf drei Ebenen Kunst aus sieben Jahrhunderten. Zu den Dauerausstellungen gehören die Ortsgeschichte Heroldsbergs, die Patrizierfamilie Geuder und das Werk des fränkischen Künstlers Fritz Griebel.

Weißes Schloss Heroldsberg – offizielle Website

Und am 9. Oktober 2026 kommt ein weiterer Name hinzu.

Eitel Klein im Weißen Schloss: Die Wiederentdeckung eines Nürnberger Künstlers

Eitel Klein, „Kirchweihszene“, 1974. Die große Retrospektive „Eitel Klein – Nürnberger Malerei des 20. Jahrhunderts“ ist vom 9. Oktober 2026 bis 21. März 2027 im Weißen Schloss Heroldsberg zu sehen.

Manche Künstler werden berühmt, weil jeder ihren Namen kennt.

Andere hinterlassen ihre Spuren so tief in einer Stadt, dass Tausende Menschen ihren Werken begegnen – und trotzdem kaum jemand weiß, wer sie geschaffen hat.

Eitel Klein gehört zur zweiten Gruppe.

Ab dem 9. Oktober 2026 widmet ihm das Weiße Schloss Heroldsberg die umfassende Retrospektive „Eitel Klein – Nürnberger Malerei des 20. Jahrhunderts“.

Kurator Dr. Alexander Rácz versammelt Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Fotografien aus fünf Jahrzehnten. Einen besonderen Stellenwert nehmen Arbeiten ein, die Klein während Krieg und Gefangenschaft in Rumänien, Russland und Polen geschaffen hat.

Eitel Klein – Ausstellung im Weißen Schloss Heroldsberg

Wer war Eitel Klein?

Eitel Klein wurde am 27. April 1906 in Hörlbach bei Ellingen geboren. Nach seinem Abschluss an der Kunstgewerbeschule Nürnberg wechselte er 1929 an die Akademie der Bildenden Künste München zu Professor Karl Caspar.

Dann schob sich die deutsche Geschichte brutal in eine Künstlerbiografie.

Karl Caspar wurde 1937 vom NS-Regime als „entartet“ zwangspensioniert. Auch seine Schüler gerieten zunehmend unter Druck. Klein selbst war zwischen 1935 und 1938 mit einem Ausstellungsverbot belegt.

1939/40 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. 1944 geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Erst 1950 kehrte Eitel Klein nach Nürnberg zurück.

Rund 450 Blätter: Kunst unter Bedingungen, unter denen Kunst kaum möglich scheint

Zu den stärksten Kapiteln dieser Ausstellung gehört ein Bestand von rund 450 Blättern, die Klein zwischen 1943 und 1950 an verschiedenen Orten und in Lagern anfertigte – unter anderem in Focşani in Rumänien und in der Sowjetunion.

Ein Selbstporträt vom 28. Februar 1947, entstanden im Gefangenenlager Focşani, verdichtet diese Lebensphase auf besondere Weise.

Auf der zweiten Seite des Ausstellungsfaltblatts steht dieses ernste Selbstbildnis neben späteren, farbintensiven Arbeiten. Schon diese Gegenüberstellung erzählt etwas über ein Künstlerleben, das sich zwischen Krieg, Gefangenschaft, Rückkehr und Neuanfang bewegte.

Und sie macht neugierig auf das Original.

Eitel Klein ist in Nürnberg sichtbarer, als viele denken

Nach seiner Heimkehr wurde Klein zu einem gefragten Künstler für öffentliche Aufträge in Nürnberg.

1952 gestaltete er die Kantine des Postscheckamtes in der Keßlerstraße mit Gipsschnitt und Malerei. Später entstanden unter anderem Sgraffiti an Schulen und Keramikarbeiten für die Klinik Hallerwiese.

Zu seinen wichtigen Arbeiten zählen das Mosaik „Do ut Des“ im Finanzamt Süd, Wandmalereien im Theaterfestsaal des Schauspielhauses und ein Wandteppich für den Trausaal des Standesamtes.

Das ist vielleicht die schönste Pointe dieser Ausstellung – wenn man bei einem solchen Lebensweg von einer Pointe sprechen darf:

Eitel Klein war nie wirklich verschwunden.

Seine Kunst war die ganze Zeit da.

Nur der Name dahinter geriet aus dem Blick.

Eitel Klein: Vernissage, Ausstellung und Führungen 2026/2027

Die Vernissage findet am Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 18 Uhr im Weißen Schloss statt. Die eigentliche Ausstellung läuft vom 9. Oktober 2026 bis zum 21. März 2027.

Reguläre Museumsführungen zur Ausstellungszeit sind am 18. Oktober, 1. und 15. November sowie 6. und 20. Dezember 2026 vorgesehen. 2027 folgen Termine am 10. und 24. Januar, 7. und 21. Februar sowie 7. und 21. März. Beginn ist jeweils sonntags um 15 Uhr.

Kuratorenführungen sind außerdem am 28. Oktober 2026 und 17. Februar 2027, jeweils mittwochs um 11 Uhr, geplant.

Gewinnspiel: 3 × 2 Karten inklusive Führung durch die Eitel-Klein-Ausstellung

Auch für die neue Ausstellung hat hugo! ein besonderes Paket:

Wir verlosen 3 × 2 Eintrittskarten für „Eitel Klein – Nürnberger Malerei des 20. Jahrhunderts“ inklusive Führung.

Gewinnspielfrage:
Wie heißt der Nürnberger Künstler, dessen große Retrospektive ab Oktober im Weißen Schloss Heroldsberg zu sehen ist?

Schickt die richtige Antwort an redaktion@hugo-info.de.

Betreff: Eitel Klein
Teilnahmeschluss: 28.10, 12 Uhr

Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen findet ihr unten auf unserer Website.

Öffnungszeiten und Eintritt: Weißes Schloss Heroldsberg

Das Weiße Schloss Heroldsberg befindet sich im Kirchenweg 4, 90562 Heroldsberg.

Geöffnet ist mittwochs von 10 bis 13 Uhr sowie freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr. Sonderöffnungen sind auf Anfrage möglich.

Der Eintritt in die Dauer- und Sonderausstellungen kostet 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro; Schüler und Studenten zahlen 2 Euro.

Noch mehr Kultur in Heroldsberg: Wolfgang Buck und das Konzert zum Jahreswechsel

Mit Loriot und Eitel Klein ist der Heroldsberger Kulturkalender noch lange nicht beendet.

Am 21. November 2026 um 20 Uhr kommt Wolfgang Buck mit seinem Programm „IMMERWEIDER“ in den Bürgersaal. Seit fast vier Jahrzehnten bringt der fränkische Songkünstler seine Dialektlieder auf die Bühnen Frankens und darüber hinaus.

Und kurz bevor sich 2026 verabschiedet, wird es musikalisch: Am 30. Dezember um 19.30 Uhr spielt das BrassQuintett Nürnberg in der evangelischen Kirche St. Matthäus. Das Programm reicht von Bach bis Jenkins, von barocker Raffinesse bis zu südamerikanischem Temperament.

So entsteht in Heroldsberg ein Kulturherbst und -winter, der bemerkenswert viel auf engem Raum versammelt: Humor, Malerei, fränkische Liedkunst und klassische Musik.

Von Schlössern, Türmen und verborgenen Welten: Geschichte rund um Nürnberg entdecken

Wie eindrucksvoll solche historischen Orte erlebt werden können, zeigt unser eigenes Video von einer Turmführung in St. Sebald in Nürnberg

Wer nach dem Besuch des Weißen Schlosses Lust bekommen hat, Geschichte nicht nur zu lesen, sondern an ihren Originalschauplätzen zu erleben, findet rund um Nürnberg noch erstaunlich viele Orte, an denen die Vergangenheit begehbar wird – manchmal mit weitem Blick über die Region, manchmal viele Meter unter der Erde.

In unseren überirdischen Abenteuern und Erlebnissen in Franken geht es hinauf auf historische Türme und zu geschichtsträchtigen Orten. Wer dagegen lieber unter die Oberfläche schaut, findet in unseren unterirdischen Abenteuern und Erlebnissen eine ganz andere Seite der Region: mittelalterliche Lochgefängnisse, alte Wehr- und Geheimgänge, Felsenkeller und den Historischen Kunstbunker unter der Nürnberger Kaiserburg. Gerade dort wird sichtbar, wie eng Kunst und Geschichte miteinander verbunden sein können: Während Nürnberg im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde, überstanden bedeutende Kunstschätze tief unter dem Burgberg die Bombenangriffe.

Fazit: Ein Kulturherbst, der das genaue Hinsehen belohnt

Vielleicht passen Loriot und Eitel Klein am Ende doch besser zusammen, als es zunächst scheint.

Der eine beobachtete Menschen.

Der andere seine Welt.

Beide wussten, dass sich hinter dem Alltäglichen mehr verbirgt, wenn man nur genau genug hinsieht.

Bei Loriot konnte daraus eine Badewanne werden, in der zwei Herren mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit um die Regeln des Zusammenlebens ringen. Bei Eitel Klein ein Bild, eine Zeichnung oder ein Werk im öffentlichen Raum, an dem Menschen jahrzehntelang vorbeigehen können, ohne seinen Urheber zu kennen.

Im Herbst 2026 bekommt man in Heroldsberg Gelegenheit, beides wiederzuentdecken.

Und möglicherweise ist das die schönste Aufgabe von Kultur überhaupt: uns Dinge, die wir längst zu kennen glaubten, noch einmal neu sehen zu lassen.

FAQ zum Weißen Schloss Heroldsberg, Loriot und Eitel Klein

Wann findet der Loriot-Abend in Heroldsberg statt?

„Früher war mehr Lametta – Ein Abend mit Loriot“ findet am Samstag, 3. Oktober 2026, um 20 Uhr im Bürgersaal Heroldsberg, Hauptstraße 104, statt.

Wann beginnt die Ausstellung Eitel Klein im Weißen Schloss Heroldsberg?

Die Vernissage findet am 8. Oktober 2026 um 18 Uhr statt. Die Ausstellung „Eitel Klein – Nürnberger Malerei des 20. Jahrhunderts“ läuft vom 9. Oktober 2026 bis 21. März 2027.

Wer war Eitel Klein?

Eitel Klein war ein 1906 geborener Maler und Grafiker mit enger Verbindung zu Nürnberg. Nach Krieg und sowjetischer Gefangenschaft kehrte er 1950 nach Nürnberg zurück und wurde später für zahlreiche künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum bekannt.

Wie alt ist das Weiße Schloss Heroldsberg?

Die Ursprünge des Weißen Schlosses reichen ins 15. Jahrhundert zurück. 1471 erwarb Endres Geuder das entsprechende Erbrecht und einen Garten; eine Urkunde von 1487 deutet auf den Beginn des Baus eines Herrensitzes hin. Nach der Zerstörung im Zweiten Markgrafenkrieg wurde das Schloss ab 1565 wieder aufgebaut.

Was kostet der Eintritt ins Weiße Schloss Heroldsberg?

Der reguläre Eintritt in die Dauer- und Sonderausstellungen beträgt 4,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Schüler und Studenten zahlen 2 Euro.

Was verlost hugo! für Loriot und Eitel Klein?

hugo! verlost 2 × 2 Karten für den Loriot-Abend am 3. Oktober und zusätzlich 3 × 2 Eintrittskarten inklusive Führung für die Eitel-Klein-Ausstellung.