Ateliertage Nürnberg 2026: 59 Künstler und 22 Ateliers öffnen ihre Türen – ein anderer Blick auf die Dinge
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Ein Glas fängt das Licht. Ein Schal liegt auf der Haut. Ein Ring wird so selbstverständlich getragen, dass man ihn erst bemerkt, wenn er fehlt. Manche Dinge kommen uns erstaunlich nahe. Von den Menschen, die ihnen ihre Form gegeben haben, wissen wir dagegen oft wenig.
Die Ateliertage Nürnberg 2026 laden dazu ein, sie kennenzulernen. Vom 13. bis 15. November öffnen sich unter dem Titel „Einblick – in progress“ Türen zu Werkstätten und Ateliers. Ein Wochenende für Begegnungen mit Kunstschaffenden – und mit Gegenständen, denen man anschließend vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit schenkt.
Ateliertage Nürnberg 2026 auf einen Blick
„Einblick – in progress“ findet vom 13. bis 15. November 2026 an 22 Atelierstandorten in Nürnberg statt. Geöffnet ist am Freitag und Samstag von 11 bis 19 Uhr, am Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Insgesamt sind 59 Künstlerinnen, Künstler und Gestaltende angekündigt. Gezeigt werden Schmuck und Gerät, Keramik, Glas, Textil und Metall.
Außerdem geplant: Ein Shuttle zur Danner-Preis-Ausstellung am Freitag und Samstag sowie das Get-together PROSTBANK, jeweils von 18 bis 22 Uhr im Alten Postscheckamt, Keßlerstraße 1.
Einblick – in progress: Eine andere Stadtkarte von Nürnberg
Der Veranstaltungsplan führt in Hinterhöfe und Rückgebäude, in eine ehemalige Wäscherei, ein Konzeptloft und den Z-Bau. Hinter manchen Hausnummern steht eine Etage, hinter anderen ein Hinweis auf den Eingang. Kleine Wegbeschreibungen, die Arbeitsorte sichtbar machen, an denen man im Alltag leicht vorbeigeht.
Zum 21. Mal finden die Nürnberger Ateliertage für angewandte Kunst statt. Nach zwanzig Ausgaben hat das Forum Angewandte Kunst die Organisation an ein Team langjährig teilnehmender Kunstschaffender übergeben. Menschen, die das Wochenende aus ihren eigenen Ateliers kennen, führen es weiter. Auch das Forum Angewandte Kunst Nürnberg verweist auf die diesjährige Veranstaltung.
Der Titel „in progress“ passt zu diesem Übergang. Die Veranstaltung verändert sich, während ihre besondere Nähe erhalten bleibt: Besucher kommen dorthin, wo gearbeitet wird, und können den Gestaltenden unmittelbar Fragen stellen.
Das ist gerade bei angewandter Kunst reizvoll. Ein Gefäß hat eine Form, aber auch ein Gewicht. Ein Schmuckstück sieht auf seiner Unterlage anders aus als am Körper. Ein Schal wird betrachtet und berührt. Gestaltung begegnet hier dem täglichen Leben – bisweilen in einem Detail, das kaum größer ist als eine Naht.
Ateliertage Nürnberg 2026: Programm und Atelierplan
Glas in der Deutschherrnstraße: Ein Material, mehrere Handschriften
In der Deutschherrnstraße 43–45, Standort 7, dreht sich das Programm um Glas. Vertreten sind Cornelius Réer, Laura Jungmann und Cornelius Réer GbR sowie Markus Marschmann.
Schon der Flyer zeigt, wie unterschiedlich dieses Material auftreten kann: als farbiges Gefäß, als schlanke Flaschenform, als skulpturales Objekt. Solche Abbildungen machen neugierig auf das Original. Erst vor ihm lässt sich sehen, wie Licht durch die Wandung fällt und eine Farbe mit dem Blickwinkel ihren Charakter verändert.
Wer dem Glas einen eigenen Rundgang widmen möchte, findet weitere Adressen. Johannes Schreiber ist bei Askan Hertwig in der Nunnenbeckstraße 18 zu Gast. Justine Vincent nimmt im Z-Bau, Frankenstraße 200, teil. In der Harsdörfferstraße 8R ist Dongmin Lee vertreten.
So kann aus einer ersten Entdeckung ein genaueres Hinsehen werden. Was an einem Ort auffällt, lässt sich am nächsten vergleichen – und im Gespräch vertiefen.
Konzeptloft und Alte Wäscherei: Kunst, die dem Alltag nahekommt
Im Konzeptloft, Wiesentalstraße 34, Standort 8, treffen mehrere Disziplinen aufeinander. Melanie Straube ist mit Textil vertreten, Anne Fischer mit Metall, Gefäßen und Schmuck, Katharina Andress mit Bildhauerei, David Dott mit Metall und Skulptur sowie Sandra Loebich mit Keramik.
Für alle, die sich auf kein bestimmtes Material festlegen möchten, bietet diese Adresse einen vielseitigen Einstieg. Die Zusammenstellung erlaubt Vergleiche zwischen weichen und festen Oberflächen, zwischen tragbaren Arbeiten, Gefäßen und Skulpturen.
In der Alten Wäscherei, Ludwig-Feuerbach-Straße 15, Standort 16, wird die Verbindung zum Alltag besonders anschaulich. Ursula Hofmann zeigt Textilschmuck, Myongae Kyong handgewebte Schals und Kissen, Karin PeterTextil und Accessoires. Hinzu kommen Porzellangestaltung von Helene Scharge, Metallarbeiten von Uwe Weber und Matthias Lehr sowie Intarsien von Ulrike Scriba.
Schmücken, wärmen, wohnen: Diese Arbeiten berühren unterschiedliche Bereiche unseres Lebens. Bei den Ateliertagen bekommen sie eine Adresse und ein Gegenüber.
Harsdörfferstraße 8R: Acht Beteiligte hinter einer Hausnummer
Für die Harsdörfferstraße 8R, Standort 20, lohnt es sich, etwas mehr Zeit einzuplanen. Das Programm verteilt sich im Rückgebäude über mehrere Geschosse.
Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss sind Isabelle Enders, Florian Clemens Meier, Markus Birner und Amy Stollvertreten. Ihre Bereiche reichen von Gerät und Objekt über Schmuck und Lampendesign bis zur Keramik.
Im zweiten Obergeschoss folgen Sabrina Ackermann mit Dongmin Lee sowie Ann-Kathrin Hartel mit Nora Reitelshöfer. Hier kommen Gold- und Silberschmiedekunst, Glas, Schmuck und Gerät zusammen.
Eine einzige Nummer auf dem Veranstaltungsplan steht damit für acht Beteiligte. Es ist ein guter Grund, den Nachmittag nicht zu eng zu verplanen. Ein Gespräch braucht seine Zeit; manchmal möchte man eine Arbeit nach dem nächsten Raum noch einmal betrachten.
Unser Rundgang: Vier Stationen rund um den Rosenaupark
Wer mit einer überschaubaren Runde beginnen möchte, kann die Standorte 4 bis 7 rund um den Rosenauparkverbinden. Auf dem Flyer-Stadtplan liegen sie vergleichsweise nah beieinander. Die folgende Auswahl führt durch Textil, Porzellan, Keramik, Schmuck und Glas.
| Station | Adresse | Beteiligte und Kunstbereiche |
|---|---|---|
| 4 | Bleichstraße 12A, Hinterhof | Christa Seifert: Textil, darunter Wolldecken und Schals; Billa Reitzner:Porzellan |
| 5 | Hochstraße 23, Rückgebäude | Bettina Zwirner: Textil; Katja Maechtel: Keramik |
| 6 | Moltkestraße 12, Ecke Hochstraße, bei Tocologo | Franziska Bryan: Schmuck |
| 7 | Deutschherrnstraße 43–45 | Cornelius Réer, Laura Jungmann und Cornelius Réer GbR, Markus Marschmann: Glas |
Die Runde ist eine redaktionelle Auswahl anhand des Veranstaltungsplans. Vier Adressen, dazwischen ein Stück Stadt: Das lässt Raum, auch einmal länger zu bleiben, als man vorhatte.
Danner-Preis-Ausstellung 2026: Vom Atelier ins Neue Museum
Zeitgleich mit den Ateliertagen beginnt die Danner-Preis-Ausstellung im Neuen Museum Nürnberg. Sie ist vom 13. November 2026 bis 4. April 2027 zu sehen.
Ein Museumsbesuch und ein Atelierbesuch können einander ergänzen. In der Ausstellung steht eine Arbeit im Zusammenhang einer kuratierten Auswahl. Im Atelier kommen der Arbeitsort und die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch hinzu. Wer beides verbindet, nimmt vielleicht eine Frage aus dem einen Raum mit in den anderen.
Für Freitag und Samstag, 13. und 14. November, ist ein von der Danner-Stiftung geförderter Shuttlebus zwischen den Ateliertagen und der Ausstellung angekündigt. Der genaue Fahrplan steht noch aus.
PROSTBANK: Der Abend im Alten Postscheckamt
Wenn der Ateliernachmittag in den Abend übergeht, wird das Alte Postscheckamt in der Keßlerstraße 1 zum Treffpunkt. PROSTBANK lädt am Freitag und Samstag jeweils von 18 bis 22 Uhr zu Getränken, Musik und Begegnungen ein.
Das Get-together kommt von NEOOS Raum & Gegenstand, mit Creativ Forum e. V. Zugang ist über den Haupteingang der ehemaligen Postbank.
Die Adresse gehört bereits tagsüber zum Programm. Unter Standort 18 nennt der Flyer Hans-Thomas Langer mit Metallgestaltung, Annett Langer mit Schmuck und Maria Heinrichs-Nix mit Taschen aus Filz.
Am Abend kann ein Gespräch weitergehen, das in einem Atelier begonnen hat. Oder man bekommt einen Hinweis auf eine Adresse, die bisher noch nicht auf der eigenen Liste stand. Drei Tage lassen schließlich Spielraum für Entdeckungen.
Mehr Kunst im Herbst: Eitel Klein in Heroldsberg
Eine historische Perspektive auf das Kunstleben der Region eröffnet die Retrospektive „Eitel Klein – Nürnberger Malerei des 20. Jahrhunderts“ im Weißen Schloss Heroldsberg. Sie läuft vom 9. Oktober 2026 bis 21. März 2027 und erschließt mit Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen und Fotografien unterschiedliche Phasen seines Schaffens. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zur Eitel-Klein-Ausstellung im Weißen Schloss Heroldsberg.
Ein weiterer Termin für den Herbstkalender liegt kurz vor den Ateliertagen: Vom 31. Oktober bis 8. November findet die Consumenta statt. Hier findet ihr die Highlights der Consumenta Nürnberg 2026 und unser Ticketgewinnspiel.
Von einem Atelierbesuch bleibt vielleicht vor allem eine kleine Verschiebung der Aufmerksamkeit. Beim nächsten Griff nach einem Glas fällt der Rand auf. Bei einem Schal die Struktur. Bei einem Ring eine Verbindung, über die man zuvor nie nachgedacht hat. Und plötzlich erinnert ein vertrauter Gegenstand an ein Gespräch.
Häufige Fragen zu den Ateliertagen Nürnberg 2026
Wann finden die Ateliertage Nürnberg 2026 statt?
„Einblick – in progress“ findet vom 13. bis 15. November 2026 statt. Am Freitag und Samstag sind die Ateliers von 11 bis 19 Uhr geöffnet, am Sonntag von 11 bis 17 Uhr.
Wo befinden sich die offenen Ateliers?
Die Veranstaltung verteilt sich auf 22 Standorte in Nürnberg. Dazu gehören die Deutschherrnstraße, das Konzeptloft in der Wiesentalstraße, die Alte Wäscherei in der Ludwig-Feuerbach-Straße und der Z-Bau. Sämtliche Adressen und ihre Lage zeigt der Veranstaltungsflyer.
Was gibt es bei „Einblick – in progress“ zu sehen?
Angekündigt sind Arbeiten aus Schmuck und Gerät, Keramik, Glas, Textil und Metall. Insgesamt beteiligen sich laut Veranstaltungsankündigung 59 Künstlerinnen, Künstler und Gestaltende, darunter Gäste in den jeweiligen Ateliers.
Welche Ateliers lassen sich zu einem Rundgang verbinden?
Die Standorte 4 bis 7 rund um den Rosenaupark bieten sich für eine erste Runde an: Bleichstraße 12A, Hochstraße 23, Moltkestraße 12 und Deutschherrnstraße 43–45. Dort sind Textil, Porzellan, Keramik, Schmuck und Glas vertreten.
Gibt es einen Shuttle zur Danner-Preis-Ausstellung?
Für Freitag, 13. November, und Samstag, 14. November, ist ein von der Danner-Stiftung geförderter Shuttlebus angekündigt. Er verbindet die Ateliertage mit der Danner-Preis-Ausstellung im Neuen Museum Nürnberg. Fahrzeiten und Haltestellen stehen noch aus.
Was ist PROSTBANK?
PROSTBANK ist ein Get-together mit Getränken und Musik im Alten Postscheckamt, Keßlerstraße 1. Es findet am 13. und 14. November jeweils von 18 bis 22 Uhr statt. Der Eingang liegt am Haupteingang der ehemaligen Postbank.
Kostet der Atelierbesuch Eintritt und ist eine Anmeldung nötig?
Angaben zu Eintritt und Anmeldung stehen noch aus. Auskunft gibt das Veranstaltungsteam unter mail@einblick-in-progress.info.
Sind die Ateliers barrierefrei erreichbar?
Die Zugänglichkeit hängt vom jeweiligen Standort ab. Mehrere Ateliers befinden sich in Rückgebäuden oder oberen Geschossen. Wer einen stufenlosen Zugang benötigt, sollte direkt beim gewünschten Atelier nachfragen. Die Kontakte stehen im Flyer.
Quellen: Veranstaltungsflyer und Presseinformationen zu „Einblick – in progress 2026“; die Route ist eine redaktionelle Auswahl anhand des Flyer-Stadtplans.

