Internationale Wochen gegen Rassismus vom 11.3 – 31.3.23 in Erlangen
Das Veranstaltungsprogramm vom 11 – 31-3.23 in Erlangen
Das Vorwort unseres Oberbürgermeisters Dr. Florian Janik
Zum ersten Mal seit drei Jahren können wir heuer für die Internationalen Wochen gegen Rassismus endlich wieder in Präsenz zusammenkommen. Wie wichtig es ist, gemeinsam Haltung gegen rassistische Diskriminierung zu zeigen, belegt aktuell die Auftaktstudie „Rassistische Realitäten“ des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors, der 2020 vom Deutschen Bundestag ins Leben gerufen wurde. Laut dieser Studie haben zwei Drittel der deutschen Bevölkerung bereits direkt oder indirekt Erfahrungen mit Rassismus gemacht, 22 Prozent der Bevölkerung waren bereits unmittelbar von Rassismus betroffen. Besonders die Krisen der letzten Jahre wie die Corona-Pandemie, die Energieversorgungslage oder der Ukrainekrieg haben in unserer Gesellschaft vielfach große Unsicherheit ausgelöst. Diese Unsicherheit wird aktuell von Extremisten ausgenutzt, um rassistisches Gedankengut leichter zu verbreiten.
Aber: Rassismus zeigt sich nicht nur in extremen, gewalttätigen Formen, Rassismus ist tief in unserer Gesellschaft verankert und wirkt sich auf unser Zusammenleben aus. Rassismus ist in unserem Land kein Randphänomen und stellt uns vor neue Herausforderungen. Daher lautet das Motto der diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus: „Misch Dich ein“.
Einmischen bedeutet auch, unsere vielfältigen Lebensformen in unserer Gesellschaft zu schützen, denn: Vielfalt ist heutzutage nicht die Ausnahme, sondern die Norm, aber Rassismus gefährdet unser gemeinsames Miteinander. Deshalb ist es entscheidend, dass wir unsere Verantwortung erkennen und rassistischer Diskriminierung überall entschieden entgegentreten.
Die Stadt Erlangen organisiert bereits zum 15.Mal die Internationalen Wochen gegen Rassismus und bietet eine breite Plattform zum Austausch, Lernen und sich Einmischen. Gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartner*innen hat die Stadt dazu ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm zusammengestellt. Lassen Sie sich einladen zu einem spannenden Programm voll vielfältiger Erlebnisse und zeigen auch Sie Gesicht gegen Rassismus.
Das Programm:
Sa. 11.3. 19 Uhr: Konzert: VERSCHÜTTETE PFADE – 150 JAHRE JÜDISCHE KULTUSGEMEINDe Erlangen – Redoutensaal
125 Jahre Viktor Ullmann – Konzert I „Anfänge“ mit Einführungsvortag Prof. Dümling
Die Konzertreihe widmet sich dem lange in Vergessenheit geratenen deutsch-böhmischen Komponisten Viktor Ullmann, der 1944 von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Ullmann gelang es, sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit seinem unverkennbaren Personalstil seiner Kompositionen europaweit einen Namen zu machen. Dann folgte der radikale Bruch: Ullmann wurde 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort komponierte er unermüdlich, verfasste Kritiken und Essays und leitete Aufführungen und Konzerte von Häftlingen im Lager. 1944 schließlich wurde er in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und vergast.
Zum 125. Geburtstag dieses außergewöhnlichen Komponisten soll in der 4-teiligen Konzertreihe in Erlangen Ullmanns einzig vollständig erhaltenes musikalisches Werk, nämlich die 7 Sonaten für Klavier zur Aufführung gelangen.
Mo.13.3. 19.30 Uhr: Vortrag: Schwarzer Feminismus – Abyan Nur – VHS Club International
Die Schwarze Juristin Kimberley Crenshaw hat in den 1980er Jahren in den USA den heute viel verwendeten Begriff „Intersektionalität“ eingeführt und geprägt. Gemeint ist die Überkreuzung verschiedener Diskriminierungsformen und ihr Zusammenwirken. Ein Beispiel für so eine Überkreuzung ist die Diskriminierung, die Schwarze Frauen erfahren. In diesem Vortrag skizziert Abyan Nur Theorien Schwarz-feministischer Kritik und stellt Denker*innen und Vorreiter*innen des Schwarzen Feminismus wie Kimberley Crenshaw und bell hooks vor. Dabei spricht sie auch von der Geschichte des Schwarzen Feminismus in Deutschland. Schließlich wird sich mit der Frage beschäftigt, für was und wen Schwarzer Feminismus kämpft und wo er heute noch wirkt.
Abyan Nur setzt sich auf verschiedene Arten für Antirassismus ein. Unter anderem als Teil der Black Community Foundation Nürnberg, als Workshopleitung in der Arbeit an Schulen und als Radiomoderatorin ihrer eigenen Sendung „Realitycheck“.
Mi. 15.3. 19.30 Uhr: Theater: Andorra -Max Frisch – Theater Erlangen
Der junge Andri wächst in einer Gesellschaft auf, die ihm unaufhörlich zu verstehen gibt, dass er „keiner von ihnen“ sei. In der Lehre, im Wirtshaus, auf der Straße: Stets ist Andri der „Jude“, der Außenseiter. Die Zuschreibungen der anderen zehren an ihm. So lange, bis er allmählich selbst meint, „anders zu sein“. Weshalb halten sich antisemitische Klischees so hartnäckig bis in unsere Gegenwart? Warum bedarf es immer wieder eines Sündenbocks? Mit der Inszenierung möchte das Theater Erlangen einen aktuellen Beitrag zur Debatte um Rassismus und Antisemitismus leisten und Fragen der Identität und Herkunft nachgehen.
Do. 16.3. 20 Uhr: Konzert: MICROPHONE-MAFIA mit Kutlu und Joram Bejarano – E-Werk
Die Microphone-Mafia ist einer der ältesten aktiven Hiphop-Acts in Deutschland. Sie singen und rappen auf mehreren Sprachen gegen Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung. Gemeinsam mit der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano und ihrem Sohn Joram Bejarano veröffentlichten sie von 2008 bis zu Esther Bejaranos Tod im Jahr 2021 mehrere Alben und gaben mehr als 900 Konzerte. Heute tritt die Microphone Mafia gemeinsam mit Joram Bejarano auf und macht weiter Musik für ein solidarisches und respektvolles Zusammenleben. Das Konzert soll an Esther Bejaranos bewegtes Leben erinnern und wird eine Lesung aus ihrer Biografie beinhalten, in der sie über ihre Kindheit und Jugend im Schatten des Nationalsozialismus, den schrecklichen Alltag in den Konzentrationslagern und ihr Überleben schreibt.
Do. 16.3. 19.30 Uhr: Vortrag: WOHIN BRINGT IHR UNS? „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus – VHS Historischer Saal
In der NS-Zeit meinten Ärzte, Menschen ,,genetisieren’’ und ,,eugenisieren’’ zu müssen. Kranke, Andersdenkende wurden als ,,Ballastexistenz“ diffamiert und den Behörden gemeldet. Psychiater erstellten ,,Pseudogutachten“, in denen sie ,,unheilbare“ Patienten mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen als ,,lebensunwertes Leben“ selektierten. Hunderttausende wurden entweder zwangssterilisiert oder mit Kohlenmonoxid, überdosierten Medikamenten oder gezieltem Nahrungsmittelentzug ermordet. Die Psychiater schrieben zur Todesursache ,,falsche Diagnosen‘‘ und versandten diese an die Angehörigen. All dies fand während der NS-Zeit auch in der Erlanger Heil- und Pflegeanstalt statt. Die neuere Forschung geht heute davon aus, dass jeder Achte im weiteren Kreis seiner Vorfahren ein Opfer hat.
Fr. 17.3. 17 Uhr: 10+1 BÄUME Gedenkveranstaltung für die Opfer rechter Gewalt – Mahnmal Paul-Gordan-Straße 6-8
Am 23. Juni 1999 explodierte eine zur Rohrbombe umgebaute, mit Sprengstoff gefüllte Taschenlampe auf der Herrentoilette einer Gastwirtschaft in Nürnberg. Es war das erste nachweisliche Attentat des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), einer neonazistischen terroristischen Vereinigung, die zwischen 2000 und 2007 in Deutschland neun Migranten und eine Polizistin ermordete sowie 43 Mordversuche, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle verübte.
Mit der Kampagne „10+1 Bäume für die Opfer des NSU“ haben zahlreiche Städte und Ausländer- und Integrationsbeiräte dazu aufgerufen, sich in ihren Kommunen für ein vielfältiges, friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben einzusetzen. Dabei ist ein Erinnerungsort errichtet worden, der aus elf neu angepflanzten Bäumen besteht. Die Zahl elf ergibt sich aus zehn Bäumen für die zehn Opfer des NSU, der elfte Baum soll allen genannten und ungenannten Opfern rassistischer Gewalt gewidmet werden. Die elf gepflanzten Bäume verdeutlichen die Dimension dieser Verbrechen visuell. Gleichzeitig soll der Erinnerungsort ein starkes Signal des Widerstands der Kommunen gegen den rechtsextremistischen Terror senden. Auch die Stadt Erlangen hat sich dieser Kampagne angeschlossen.
Fr. 17.3. 11.35 Uhr: Konzert: MICROPHONE-MAFIA MIT KUTLU UND JORAM BEJARANO – Albert-Schweizer Gymnasium, Dompfaffstraße
Esther Bejarano überlebte als junge Frau mehrere Konzentrationslager und einen Todesmarsch. Ein großer Teil ihrer Familie wurde im Holocaust ermordet. Sie machte es sich zur Aufgabe aufzuklären über Antisemitismus, über die Verbrechen des Nationalsozialismus und das Vergessen nicht zuzulassen. Ein besonderes Anliegen war ihr hierbei auch junge Menschen mit ihrer Geschichte zu erreichen. So erzählte sie ihre Geschichte in zahlreichen Schulen und gab gemeinsam mit der Hip-Hop-Band Microphone Mafia über 900 Konzerte, in welchen sie auch über ihr Leben berichtete. Dieses Vermächtnis möchte Microphone Mafia gemeinsam mit Esther Bejaranos Sohn Joram Bejarano nun auch nach dem Tod von Esther Bejarano fortführen und weiterhin auftreten gegen Rassismus, Rechtsextremismus und gegen das Vergessen.
Sa. 18.3. + So. 19.3. 18 Uhr: Menschenrechtsfilme: ISLAND OF THE HUNGRY GHOSTS – Kino E-Werk
Vor der Küste Indonesiens liegt die von Australien verwaltete Weihnachtsinsel. Poh-Lin Lee ist Trauma- Therapeutin, die mit ihrer Familie auf dieser scheinbar idyllischen, jedoch unwirtlichen und urtümlichen Insel lebt. Täglich spricht sie mit Asylsuchenden, die ohne Urteil und auf unbestimmte Zeit in einem Hochsicherheitslager festgehalten werden, das im inneren der Insel verborgen liegt, um diesen in einer Situation beizustehen, die so unerträglich ist wie sie aussichtslos erscheint. Während sie beobachtet, wie sich der Zustand ihrer Klienten rapide verschlechtert, werden ihrer Arbeit immer mehr Steine in den Weg gelegt.
Während Poh-Lin mit ihrer Familie die schöne und zugleich düstere Umgebung der Insel erkundet, veranstalten die Einheimischen ihre „Hungry Ghost“ Rituale für die Seelen derer, die ohne Begräbnis auf der Insel starben.
So. 19.3. + Mo. 20.3. 20.30 Uhr: Menschenrechtsfilme: THE GAME: SPIEL ZWISCHEN LEBEN UND TOD – Kino E-Werk
Club-Betreiber Bernd Karmann und Regisseurin Manuela Federl machen sich mit einem Hilfstransport auf dem Weg nach Bosnien, um Hilfsgüter an die bosnisch-kroatischen Grenze zu bringen. Vor Ort angekommen werden sie Zeugen der katastrophalen Zustände an der Grenze und beschließen diese in einem Dokumentarfilm festzuhalten.
Sie begleiten Flüchtlinge auf ihrem Weg über die Grenze, den sie Game nennen. THE GAME ist der Versuch illegal die EU-Grenze zu überqueren, bei dem viele Flüchtlinge, oft ganze Familien, Gewalt und Misshandlung erfahren.
Die Lebensbedingungen in Bosnien sind erniedrigend und menschenunwürdig. Die Menschen hungern, haben keine feste Unterkunft oder leiden an Krankheiten und Verletzungen. Das Team spricht mit Schmugglern, Einheimischen, Migrationsgegner und begleiten Flüchtlingshelfer bei ihrer Arbeit, um das ganze Ausmaß der Krise zu untersuchen.
Di. 21.3. 19 Uhr Vortrag: 18. MÄRZ 1848 – 175 JAHRE DEUTSCHE REVOLUTION UND IHRE BEDEUTUNG FÜR DAS DEUTSCHLAND VON HEUTE – E-Werk
Ziel der europaweiten Erhebungen waren 1848 die Überwindung der Monarchie, mehr soziale Gerechtigkeit, Religionsfreiheit, Presse-, Versammlungs- und Redefreiheit und ein Minderheitenschutz. Damit sollten auch die Grundlagen für eine Völkerverständigung gelegt werden. Bis heute gelten die Aufstände von damals als wegweisend für die Entwicklung unserer heutigen Demokratie.
Dr. Volker Müller, Präsident der kritischen Akademie, wird dazu einen Vortrag halten, der von der Gruppe „RUAM“ mit Volksliedern aus der Vormärzzeit umrahmt wird.
Di. 21.3. 11.30 Uhr: Kabarett und Diskussion: HOMOLOGIE – Berufsschule, Drausnickstraße
Das kabarettistische Schulprogramm mit Malte Anders
Ausgrenzung, Diskriminierung, Mobbing – das sind Themen aus der Alltagswelt zahlreicher Schüler*innen. Der Theaterpädagoge Timo Schweitzer, der hinter der Kunstfigur MALTE ANDERS steckt, ermöglicht den Jugendlichen in seinem neuen Unterrichtsfach „Homologie“ einen humorvollen Einblick in das Thema Homosexualität und die Normalität des Anders-Seins.
Malte geht dabei alten Vorurteilen auf den Grund, vermittelt Hintergrundwissen in abwechslungsreicher Form mit Filmen, Bildern, Apps sowie eigenen, amüsanten Lebensgeschichten und zeigt aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf, wieso gegenseitiger Respekt so wichtig ist.
Mi. 22.3. !9.30 Uhr+ Do. 23.3. 11.30 Uhr: Theater: ERNTE? HILFE! – Maria-Theres Gymnasium, Schillerst. 12
»ERNTE? HILFE!« ist das erste Theaterstück über Erntearbeit in Deutschland, das mit rumänischen Ernte-Arbeiter*innen entwickelt worden ist. Das Projekt „Ernte? Hilfe!“ wurde geboren, als die deutsche Gesellschaft sich in der Pandemie der Relevanz von sogenannten Saisonarbeiter*innen aus Osteuropa bewusst wurde. »ERNTE? HILFE!« erzählt die Geschichten rumänischer Erntearbeiter*innen in Deutschland über Arbeit und Liebe, über Kinder und Freiheit, über Ausbeutung und Rassismus, über Deutschland und Rumänien, über Rücken und Revolution.
Doch warum ist das so? Warum stehen Menschen, die auf dem Feld arbeiten, auch im 21. Jahrhundert immer noch am untersten Ende der Arbeits-Gesellschaft? Was müsste geschehen, damit sich das ändert? Was würde dann mit uns allen geschehen?
Do. 23.3. 19 Uhr: Lesung: CHUZPE GEGEN DAS VERGESSEN UND FÜR DIE ZUKUNFT – Stadtbibliothek
Wollen Sie wissen, wie die Bürger Frankens heute der Nazi-Zeit und dem Hersbrucker KZ gegenüberstehen? Was die Nachkriegsgeneration darüber zu sagen hat? Welche Erinnerungen die Kriegskinder von damals noch haben und wie diese vorgestrigen Ereignisse ihre Einstellung zu den Themen Krieg und Migration beeinflusste?
Ohne zu urteilen, versuchen die Autoren dieses Buches menschliches (Fehl)Verhalten zu erklären. Gleichzeitig werden Parallelen zum Heute sichtbar. Die sehr unterschiedlichen Beiträge sind sich jedoch einig, dass zum verantwortungsvollen Umgang mit der Vergangenheit auch ein bewusstes Brückenbauen zur Zukunft gehört.
Die Autoren und Noch-Zeitzeugen Eleonore Blaurock-Busch und Hans Jürgen Schulz lesen aus ihren persönlichen und teils emotionalen wie auch faktischen Berichten, sprechen vom Umgang mit dem Damals und unserem Heute.
Der Beitrag von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann weißt auf „einen klaren Auftrag für Gegenwart und Zukunft.“ Sein Rat für ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Menschen und Kulturen ist ein klares Bekenntnis zur Verantwortung unserer deutschen Vergangenheit.
Do. 23.3. 16 Uhr: Diskussion: HUMAN LIBRARY –Franconian International School, Aula, Marie-Curie-Straße 2
Beurteile ein Buch nicht nach seinem Einband – diese Aufforderung wird in der Human Library auf Menschen übertragen: Beurteile einen Menschen nicht nach seinem Äußeren. Wie wir uns in einer Bücherei ein Buch aussuchen können, so können sich alle Besucher*innen der Human Library eine*n Gesprächspartner*in aus unserer internationalen FIS Community aussuchen, der ihm Geschichten aus seinem Leben erzählt (in Englisch). Mit dabei sind Schüler*innen aus allen Klassenstufen, Lehrer*innen, Eltern und weitere Mitarbeiter*innen der FIS. Wir wollen damit ein besseres Verständnis füreinander fördern und Vorurteile abbauen.
Fr. 24.3. 15 Uhr: Demo: BUNT GEGEN RASSISMUS – Schlossplatz
Dieses Jahr ruft die Erlanger StadtSMV zum 8. Mal alle Schüler*innen und auch alle Erlanger*innen auf, sich unter dem Motto „Bunt gegen Rassismus“ an der Kundgebung zu beteiligen. Ab 15 Uhr findet die Versammlung auf dem Schlossplatz statt.
Ab 15:30 Uhr werden Vertreter*innen der Erlanger Schulen unterstützt von weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren mit ihren Redebeiträgen ein Zeichen dafür setzen, dass Rassismus in unserer Gesellschaft nicht geduldet werden darf.
Ausgrenzung und Diskriminierung sind leider nach wie vor Themen, mit denen viele Menschen tagtäglich auch in Deutschland konfrontiert sind. Für eine Gesellschaft, die sich gleichberechtigte Teilhabe und das Mitwirken aller auf die Fahne schreibt, ein unhaltbarer Zustand. Deshalb ist es von großer Bedeutung, im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus immer wieder auf diese Missstände aufmerksam zu machen – bunt, engagiert und laut.
Im Rahmen der Kundgebung wird die Ausstellung „Die Opfer des NSU und Aufbereitung der Verbrechen“ von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr durch das Jugendparlament der Stadt Erlangen am Marktplatz Erlangen gezeigt. Jugendliche und alle weiteren Altersgruppen sind herzlich zum Begutachten der Ausstellung eingeladen!
Di. 28.3. 13.30 Uhr: SPIELEND FÜR TOLERANZ – BRETTSPIELENACHMITTAG –Wirtschaftsschule Erlangen, Artilleriestraße 25
Unter dem Motto „Spielend für Toleranz“ findet ein Brettspielnachmittag an der Wirtschaftsschule im Röthelheimpark (W.i.R.) statt. Dabei sollen die Kinder und Jugendlichen vorurteilsfrei und aufgeschlossen zusammenkommen, um Spaß am gemeinsamen Spielen zu entwickeln. Spielen verbindet, es trennt nicht. Es ist Ausdruck von Gleichberechtigung und schafft einen Rahmen, um aufeinander zuzugehen, einander kennenzulernen und Regeln zu folgen, die für alle gelten. Fairness, Respekt, Gleichheit – ohne diese Grundsätze hat niemand Spaß, und alle verlieren. Wie am Spieltisch des Lebens.
Do. 30.3. !9 Uhr: Konzert: VERSCHÜTTETE PFADE – 150 JAHRE JÜDISCHE KULTUSGEMEINDE ERLANGEN – Redoutensaal
Der zweite Teil der Konzertreihe „Verschütte Pfade“ widmet sich weiteren Werken von Viktor Ullmann. Der Komponist war ein Grenzgänger zwischen Klassik und Moderne, Kultur und Krieg. 1933 flieht Viktor Ullmann mit seiner Familie nach Prag, wo er zahlreiche Werke veröffentlicht und seinen unverwechselbaren persönlichen Stil entwickelt. Auch nach der Besetzung der Stadt durch die Nationalsozialisten komponiert Ullmann unermüdlich weiter, jedoch gelten viele dieser während der Bestatzungszeit entstandenen Werke heute als verschollen. Viktor Ullmann lebt und komponiert in Prag bis er 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert wird.
Ausstellungen:
Fr. 17.3. 12.15 Uhr: VERBORGENE HELDINNEN UND HELDEN IM KAMPF GEGEN DEN TRANSATLANTISCHEN SKLAVENHANDEL – Gymnasium Fridericianum, Aula, Sebaldusstraße 37
Lange Zeit war die koloniale Vergangenheit Deutschlands ein Tabuthema, aber seit einigen Jahren wird die Auseinandersetzung mit dem „kolonialen Erbe“ immer intensiver. Im Kontext dieser Aufklärung bewegt sich die Ausstellung, die 2016 für die Black History Weeks in Erlangen von Frau Dr. Herzberger-Fofana konzipiert wurde. Im 19. Jahrhundert lebten versklavte afrikanische Kinder auf amerikanischen Plantagen, im osmanischen Reich oder an europäischen Höfen. Sie alle sind aus den Schulbüchern radiert und gehören nicht zum hiesigen kollektiven Bewusstsein.Im Mittelpunkt stehen die Biografien von 20 Afrikaner*innen in dem über 400 Jahre andauernden Sklavenhandel. Zu sehen sind u. a. Anton Wilhelm Amo, der erste afrikanische Professor in Deutschland, Nat Turner, der Anführer des Sklavenaufstands in Virginia 1831 und die freigelassene Sklavin und spätere Aktivistin Sojourner Truth. Der Titel „Verborgene Heldinnen und Helden im Kampf gegen den transatlantischen Sklavenhandel“ verdeutlicht, dass bisher kaum eine dieser historischen Persönlichkeiten in der europäischen Wahrnehmung präsent ist
Mo. 13.3. – 24.3. DIE OPFER DER NSU UND DIE AUFARBEITUNG DER VERBRECHEN – Fachoberschule Erlangen, Drausnickstraße 1c
Von 2000 bis 2007 ermordete der Nationalsozialistische Untergrund zehn Menschen und verübte mehrere Sprengstoffanschläge. Diese Taten stellen die schlimmsten rassistisch motivierten Verbrechen in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945 dar und lösten eine intensive Debatte über den Umgang und die Verfolgung rechtsextremer Gewalt in Deutschland aus. Sowohl der rassistische Hintergrund der Taten, der zu lange in den Ermittlungen nicht berücksichtigt wurde, als auch die Stigmatisierung der Ermordeten erntete starke Kritik. Die Verbrechen der NSU offenbarten ein bis dahin nicht erkanntes Ausmaß von Rechtsterrorismus in Deutschland. Mehrere Jahre sorgte auch der Prozess gegen den NSU deutschlandweit für Aufsehen. Die Ausstellung des Nürnberger Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung (ISFBB) von Birgit Mair personalisiert die Biographien der Opfer und beleuchtet die Aufarbeitung der Verbrechen des NSU.
Mo. 13.3. – 24.3. SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AN DER WAND… Fluchtwege – Lebenswege im Porträt – Emmy-Noether-Gymnasium, Noetherstraße 49b
Das Projekt „Spieglein, Spieglein an der Wand… Fluchtwege – Lebenswege im Porträt“ ist als Wanderausstellung über Flucht und der Suche nach der neuen Heimat konzipiert worden. Sie ist ein Resultat der Zusammenarbeit von Studierenden, Dozierenden, Geflüchteten sowie Mitarbeitenden der FAU bzw. des FAU INTEGRA Projekts.
Ziel der Ausstellung ist es, in der Integrationsdebatte den Betroffenen eine Stimme zu geben. Daher treten die Geflüchteten nicht nur als Protagonisten der Ausstellung auf, sondern auch als Expert*innen für ihre Länder z.B. bei der Ausarbeitung der Fluchtursachen oder Ausrichtung der Fluchtrouten. Das „Spieglein, Spieglein…“- Projekt beschreibt außerdem die rechtliche Situation der Menschen, die aus ihrem Heimatland fliehen mussten. Es ist auch eine Erzählung über Flucht und den Versuch, eine neue Heimat zu finden. Vor allem aber ist es eine Einladung, in einen Dialog zu treten, mit dem Anderen, mit der Gesellschaft und mit sich selbst.
Di. 21.3. 11 Uhr: IDENTITÄT UND GRUPPENZUGEHÖRIGKEIT – Kunst-Projekt des britischen Streetart-und Fotokünstlers Slinkachu – Christian-Ernst-Gymnasium, Langemarckplatz 2, Ausstellungseröffnung
Identität. Wer bin ich? Was macht mich aus? Wer will/soll/darf/muss ich sein? Gehöre ich aufgrund persönlicher Merkmale einer Gruppe an? Werde ich aufgrund dieser Merkmale diskriminiert? Diese Fragen und Ängste beschäftigen Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters. Schülerinnen und Schüler der 6., 9. und 10. Klasse gestalten unter der Leitung von Herrn Sindbert ein spannendes Kunst-Projekt zu diesen wichtigen Identitätsfragen: Zu sehen sind unter anderem inszenierte Fotografien im Stil des britischen Streetart- und Fotokünstlers Slinkachu.
Mo. 27.3. – 31.3. SCHULE OHNE RASSISMUS- LEHRPLAN OHNE RASSISMUS? – Emil-von-Behring-Gymnasium, Buckenhofer Straße 5, 91080 Spardorf
Was lernt man eigentlich über Rassismus in der Schule?
Schüler*innen des Emil-von-Behring-Gymnasiums beschäftigen sich mit rechtem Terror, Islamophobie, kultureller Aneignung und anderen aktuellen Fragen rund um den Themenkomplex Rassismus mit einem besonderen Augenmerk auf die Frage, wo und wie das Thema Rassismus im Unterricht aufgegriffen wird.
Eine interaktive Ausstellung mit Stationen zu verschiedenen Fächern soll junge Menschen für das Thema sensibilisieren und vor allem jenen, die selbst nicht davon betroffen sind, zeigen: Rassismus geht alle etwas an!
Weitere Infos unter www.erlangen.de
