Das „Walberla“, wie die Franken „ihren“ markanten Tafelberg östlich von Forchheim liebevoll nennen, ist seit Ende September um eine Attraktion reicher: zwischen Kirchehrenbach und Schlaifhausen ist ein Skulpturenweg entstanden und ein Spaziergang entlang dieser Freiluftausstellung belohnt mit einzigartigen An- und Aussichten!

Start des neuen Skulpturenweges ist am Infopavillon in Kirchehrenbach: von hier aus nimmt der Weg in etwa auf Höhe des Kneippbeckens oberhalb des Gasthauses „Zum Walberla“ seinen Anfang und führt entlang des Westhangs bis nach Schlaifhausen.

Die Werke von 10 Bildhauern und Bildhauerinnen sind hier nun zu sehen und verbinden Kunst und Natur. Den Anfang macht die „Erzählkugel“ von Peter Schwenk, eine aus gefundenen oder angefertigten Teilen zusammengefügte Kugel, die ihre ganz eigene Geschichte erzählt. Der „Keltenschädel“ von Gerhard Hex zeigt abstrahiert einen Schädel, der in Vorderansicht behelmt wirkt und stilisiert die typische Gesichtsabdeckung eines keltischen L-Téne-Helms. Die Skulptur „Torfaltung“ von Karl Maurer bildet einen ganz außergewöhnlichen Rahmen und eignet sich für ein schönes Erinnerungs- und Landschaftsfoto. Geht man weiter taucht die Bronzefigur „Halbtorso Frigg“ von Andrea Kreipe auf, die der Gemahlin Odins Gestalt verleiht. Der Legende nach begleitete sie ihren Gemahl mitsamt seinem Herr aus Schlafenden und Verstorbenen und webte die Wolken. Die Schichtstufenlandschaft und Verwitterung der Ehrenbürg waren die gedankliche Grundlage für Bernd Wagenhäusers Werk „Fazies“, das ein weiteres Highlight auf dem Weg bietet. Der nächste Künstler, Hubert Maier, begann irgendwann seine kleinen körperlichen Leiden in Stein zu meißeln und die Skulptur „Ich hab Kreuzweh“ dürfte vielen Besuchern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das Werk der Künstlerin Silvia Jung-Wiesenmayer „Der Sonne entgegen“ entstand als Verbindung des steinigen Umfelds mit dem Obstanbau in dieser Gegend und vereint als Steingewächs beide Erscheinungsformen der Landschaft. Aus schwarzem Basalt ragt das Werk „Nachbarschaftliche Beziehungen“ des Nürnberger Künstlers Christian Ruckdeschel empor und bildet mit klaren Flächen und scharfen Kanten einen starken Kontrast zu dem hellen, verwitterten Dolomit der Felsen der Ehrenbürg oberhalb des Weges. Der Basalt stammt übrigens zum Teil aus der Oberpfalz, also quasi aus der Nachbarschaft. Die Treppe „Horizonte“ des Berliner Bildhauers Örni Poschmann schafft beim Benützen derselben – sei es durch Sitzen, Stehen oder Liegen – verschiedene Körpergefühle und Perspektiven und fordert dazu auf neugierig auf Positionswechsel zu sein. Ein Kopf, der erst beim genaueren Betrachten einen weiteren offenbart und als zwei Torwächter gesehen werden kann, bildet den Abschluss: die Skulptur „Zwei Wächter“ hat der Schlaifhausener Künstler Guido Häfner kreiert, die die Geheimnisse und die Magie des Berges preisen und auch bewahren.

Für 2 Jahre werden nun diese Kunstwerke hier zu sehen sein und das ist der Arbeit und des Engagements des Kunst- und Kulturvereins Kirchehrenbach e. V. zu verdanken! Der „Skulpturenweg am Walberla“ ist das bisher größtes Projekt des Vereins und konnte nach intensiver Planung und coronabedingten Tiefschlägen jetzt endlich fertig gestellt und eröffnet werden.
Ein Ausflug dorthin lohnt in jedem Fall, egal ob Sommer oder Winter und ist für Jedermann leicht zu bewältigen, egal ob groß oder klein, alt oder jung! Der Weg ist ca. 2,4 km lang und enthält nur leichte Steigungen, ist also auch mit Kinderwagen, Gehhilfen oder Rollstuhl gut zu schaffen. Ruhebänke zum Rasten und Aussicht genießen sind ebenfalls vorhanden. Auf beiden Seiten des Skulpturenweges finden sich außerdem empfehlenswerte Einkehrmöglichkeiten, so dass auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt. Vom Wanderparkplatz Kirchehrenbach kann man bequem und barrierefrei diesen Weg laufen. Auch über Schlaifhausen ist eine Anfahrt möglich, dann einfach der blau gepunkteten Route folgen!

Mehr Infos gibt’s unter https://skulpturenweg-walberla.de.