Brauchtum zu Weihnachten
Rauhnächte, die 12 Nächte vom 25. Dezember bis 6. Januar
Die Raunächte sind die Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum oft besondere Bedeutung zugemessen wird. Meist handelt es sich um die zwölf Tage bzw. Nächte vom Weihnachtstag am 25. Dezember
bis zum Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar.
Die Raunächte sind eine Zeit, die seit der frühen Neuzeit für Geisteraustreibung oder -beschwörung, den Kontakt mit Tieren oder wahrsagerische Praktiken geeignet sein soll. Zur Mitte der zwölf Nächte, nämlich zu Silvester, soll die Wilde Jagd aufbrechen.
In dieser Zeit steht das Geisterreich offen und die Seelen der Verstorbenen, sowie die Geister haben Zugang zur Welt der Lebenden. Dämonen veranstalten Umzüge oder ziehen mit der Wilden Jagd durch die Lande.
Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, sich zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten.
Die Raunächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die Wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version war dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die Wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Nach dem Volksglauben zogen sich die stürmischen Mächte der Mittwinterzeit in der Nacht auf den 6. Januar wieder zurück und „die Wilde Jagd“ begab sich am Ende der Raunächte zur Ruhe.
In dieser Zeit wird auch viel geräuchert, z.B mit Myrrhe und Weihrauch. Dies soll die Räume und Menschen energetisch reinigen.. Mit dem aufsteigenden Rauch schickt man seine Wünsche Richtung Himmel.
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