Die intime Welt des Juergen Teller in der Ausstellung „Where we come from“  im Kunstpalais Erlangen entdecken

Juergen Teller (*1964 in Erlangen) ist ein international gefeierter Fotograf, bekannt für seine außergewöhnlichen Porträts und Stillleben. Seit Mitte der 1980er Jahre setzt er mit seiner Liebe für das Echte und Unperfekte neue Maßstäbe in der Fotografie. Teller findet das Interessante im Alltäglichen und macht das Verborgene in seinen Bildern sichtbar.

Geboren in eine Instrumentenbauerfamilie in Bubenreuth, musste Teller seine Bogenmacherlehre aus gesundheitlichen Gründen abbrechen und studierte daraufhin Fotografie in München. Mitte der 1980er Jahre zog er als freier Fotograf nach London. Seinen internationalen Durchbruch erzielte er 1991 mit den intimen Fotografien von Kurt Cobain während der „Nevermind“-Release-Tour von Nirvana.

Auch seine Modefotografien aus den frühen 1990er Jahren waren revolutionär. Ungeschönte Porträts von Supermodels wie Kate Moss, Claudia Schiffer und Kristen McMenamy schockierten die Öffentlichkeit, während sie gleichzeitig Tellers Fähigkeit zeigten, prominente Persönlichkeiten zu entmystifizieren und ihre wahre Natur einzufangen. Seine Fotografien von Berühmtheiten wie Vivienne Westwood, Iggy Pop und Björk sind ikonisch und zeigen seine Fähigkeit, Models und Stars in persönlichen Momenten darzustellen.

Tellers einzigartiger Stil, der alltägliche Intimität mit einer klaren, fast dokumentarischen Ästhetik verbindet, hat ihn zu einem der bedeutendsten deutschen Fotografen gemacht. 2016 wurde er mit einer umfassenden Einzelausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn geehrt, und im Winter 2019 widmete das Grand Palais in Paris ihm eine große Soloshow.

Mit „Where we come from“ kehrt Juergen Teller im Jahr seines 60. Geburtstages nach Erlangen zurück. Diese bisher persönlichste Ausstellung zeigt nicht die Stars, sondern seine Familie, seine Frau, seine Tochter und deren Herkunft. Von seinem Elternhaus in Bubenreuth über Kaunas in Litauen bis zu ihrem gemeinsamen Leben in London und ihren vielen Reisen – Teller dokumentiert die Ereignisse seines jungen Familienlebens mit seiner charakteristischen Fotografie.

Den Auftakt zur Ausstellung bildet die Serie „We are building our future together“, die Juergen Teller und seine Kreativpartnerin Dovile Dryzite in Vorbereitung auf ihre Hochzeit fotografierten. Die Bilder zeigen das Paar in Bauarbeiterkleidung, posierend auf Baugerüsten und Baggerschaufeln in Italien – verrückt, verspielt und selbstironisch, wie immer ohne Angst vor dem Kuriosen.

Besuchen Sie die Ausstellung im Kunstpalais Erlangen und entdecken Sie Juergen Tellers einzigartigen Blick auf Erlangen, Kaunas, London und die Welt.

Eröffnungsparty am 15.6. ab 19 Uhr: Ein Abend voller Kunst und Feierlichkeit

Die Eröffnungsparty zur Ausstellung „Where we come from“ findet am Samstag, den 15. Juni 2024, ab 19 Uhr im Kunstpalais Erlangen statt.

Höhepunkte des Abends:
  • Begrüßung durch Juergen Teller: Der Künstler selbst wird anwesend sein, um die Gäste zu begrüßen und in seine bisher persönlichste Ausstellung einzuführen.
  • Musikalische Untermalung: Genießen Sie Live-Musik, die für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgt und den Abend unvergesslich macht.
  • Kulinarische Highlights: Erlesene Speisen und Getränke werden angeboten, darunter regionale Spezialitäten und internationale Köstlichkeiten, die auf Tellers Reisen und persönlichen Vorlieben basieren.
  • Exklusive Führung: Im Rahmen der Eröffnungsparty wird es eine exklusive Führung durch die Ausstellung geben, bei der Juergen Teller persönlich einige seiner Werke kommentiert und Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Fotografien gibt.
  • Networking und Gespräche: Die Eröffnungsparty bietet die perfekte Gelegenheit, sich mit anderen Kunstliebhabern, Fotografen und Sammlern auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Seien Sie dabei, wenn Juergen Teller seine Ausstellung „Where we come from“ im Kunstpalais Erlangen eröffnet, und erleben Sie einen Abend voller Kunst, Kultur und Feierlichkeit. Verpassen Sie nicht diese einmalige Gelegenheit, den Künstler persönlich zu treffen und einen tiefen Einblick in sein Werk und seine Inspirationsquellen zu erhalten.

Mehr Inos und das Programm zur Ausstellung: www.kunstpalais.de

Die Ausstellung aus Sicht von Juergen Teller

Als einer der renommiertesten internationalen Fotografen ist Juergen Teller (*1964 in Erlangen) seit Ende der 1980er Jahre für seine unkonventionellen und authentischen Porträts, Modekampagnen und Editorials bekannt. Im vergangenen Dezember zeigte Teller, der als erster lebender Fotograf im Grand Palais Éphémère in Paris ausstellte, seine bislang umfangreichste Ausstellung mit dem Titel i need to live, die Anfang des Jahres auf der Triennale in Mailand zu sehen war.

Neben seinen kommerziellen Aufträgen hat Teller auch umfangreiche persönliche Werke geschaffen, in denen er sich mit sich selbst, seiner Familie, seinen Wurzeln und seiner Identität auseinandersetzt. Seit fünf Jahren arbeitet Teller mit seiner Frau Dovile Drizyte zusammen.

Mit der Ausstellung Where we come from kehrt er nach sieben Jahren mit seiner bisher persönlichsten Ausstellung nach Erlangen und ins Kunstpalais zurück. Die Schau beginnt mit Tellers und Drizytes verspielter Serie We are Building our Future Together aus dem Jahr 2021, die das Paar in leuchtend bunten Schutzanzügen auf Baustellen in Neapel und Venedig zeigt, im Hinblick auf ihr zukünftiges gemeinsames Leben.

 

Im Mittelpunkt dieser intimen Ausstellung steht Tellers Kernfamilie – er selbst, seine Frau und seine jüngste Tochter Iggy, im Umfeld ihrer jeweiligen Herkunft. In den Fotos seines Elternhauses in Bubenreuth und des Frankenwalds und denen der Heimatstadt seiner Frau, Kaunas in Litauen, fängt Teller erstaunliche Parallelen zwischen beiden Orten ein.

Von zärtlichen Momenten wie seiner romantischen Empfängnisserie The Myth bis hin zum feierlichen Spektakel der Prozession von San Paolo und der Segnung des Babys Iggy im Palazzolo Acreide in A Sciuta, 2023, vermittelt Teller seine unersättliche Neugier auf das Leben und bringt gleichzeitig die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz zum Ausdruck.

In der immersiven Videoprojektion Men (6’46“) erzählt Teller eine Geschichte, die er bei seiner ersten Begegnung mit seinem Schwiegervater Mykolas gehört hat. Für die Videoarbeit spielte Teller die gleichermaßen ernste, groteske und fesselnde Geschichte mit dem Schauspieler Alexander Skarsgård im Jahr 2023 im Norden Schwedens nach. Sie ist nicht zuletzt eine vielschichtige Betrachtung von Tellers schwieriger Beziehung zu seinem verstorbenen Vater.

Am vergnüglichsten ist jedoch die jüngste Serie Iggy Teller does Teller, in der Teller für das Document Journal seine ikonischen Bilder mit seiner Tochter als Star neu inszeniert hat. Auf schelmische Weise nimmt Iggy die gleichen Posen ein wie die ursprünglichen Motive – sie schlüpft aus einer Tasche wie Victoria Beckham oder trägt eine rosa Perücke im Bett wie Kate Moss auf dem berühmten Foto Young Pink Kate, London 1998.

Where we come from verkörpert Tellers Sinn für Ehrlichkeit und Vertrauen – in seine Themen, seine Arbeit, seine Familie und seine Einstellung zum Leben.

 

As one of the most celebrated international photographers, Juergen Teller (*1964 in Erlangen) is renowned for creating portraits, fashion campaigns and editorials in his nonconformist, authentic style since the late 1980s. Last December, Teller, who was the first living photographer to exhibit at the Grand Palais Éphémère in Paris, staged his most extensive exhibition to date entitled i need to live, which toured to the Triennale Milano earlier this year.

Aside from his commercial commissions, Teller has also produced major bodies of personal works in which he explores himself, his family, his roots, and his identity. In the past five years, Teller has collaborated with his wife, Dovile Drizyte.

The show, Where we come from, marks a return to Erlangen and the Kunstpalais after seven years with his most personal exhibition to date. The show begins with Teller and Drizyte’s playful 2021 series, We are Building our Future Together, which depicts the couple wearing brightly coloured safety gear on construction sites in Naples and Venice to commemorate their marriage and their future lives together.

This intimate exhibition is centred upon Teller’s immediate family – himself, his wife and his youngest daughter, Iggy, who are all framed by their origins. In Teller’s childhood home in Bubenreuth and the Franconian Forest, as well as his wife’s hometown of Kaunas in Lithuania, Teller captured incredible similarities of both places.

Tender moments, such as his romantic conception series, The Myth, to the celebratory spectacle of the San Paolo procession and blessing of baby Iggy at Palazzolo Acreide in A Sciuta, 2023, conveys Teller’s insatiable curiousity in life, whilst also acknowledging the fragility of human existence.

In an immersive video projection Men (6’46”), Teller presents us with a story, recounted to him by his father-in-law Mykolas during their first meeting. It was played out together with actor Alexander Skarsgård in 2023, in the North of Sweden and is equal parts heavy, grotesque and captivating. It is also a complex reflexion on the troubled relashionship with Teller’s late father.

However, it is the recent, Iggy Teller does Teller series where Teller restaged his iconic images with his daughter as the star for Document Journal which provides the most joy. There is a mischievous way in which Iggy adopts the same poses as the original subjects – emerging out of bag like Victoria Beckham or wearing a pink wig in bed to emulate the famous Young Pink Kate, London, 1998 photograph.

Where we come from embodies Teller’s sense of honesty and trust – in his subjects, his work, his family and his approach to life.